Marihuana erhöht COPD-Risiko von Rauchern

SAN FRANCISCO (grue). Wer außer Zigaretten zusätzlich noch Marihuana raucht, potenziert damit sein Risiko für Atembeschwerden. Und: Das Risiko für die chronischobstruktive Lungenkrankheit (COPD) erhöht sich beträchtlich.

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Rauchen ist bekanntlich der wichtigste Risikofaktor für eine COPD. Doch entscheidend ist nicht nur, ob und wie viel jemand raucht, sondern auch was er raucht. Das hat jetzt die BOLD*-Studie ergeben, eine multinationale epidemiologische Studie zu COPD. Die neuen Ergebnisse dieser Studie hat Professor Wan Tan aus Vancouver in Kanada beim US-amerikanischen Pneumologie-Kongress in San Francisco vorgestellt.

Die kanadische Forscherin hat über 1500 Einwohner ihrer Stadt nach Rauchgewohnheiten und Atembeschwerden befragt. Von den Befragten waren 16 Prozent Raucher. Von den 18-bis 39-Jährigen unter ihnen konsumierten 76 Prozent auch gelegentlich Marihuana. Selbst von den Älteren tat dies jeder zweite.

Es stellte sich heraus, dass der zusätzliche Gebrauch von Marihuana die Rate von Atemwegsbeschwerden um etwa das Achtfache erhöht. "Solche Beschwerden waren bei Rauchern 2,4-mal häufiger und bei Doppel-Konsumenten sogar 18-mal häufiger als bei Menschen, die auf beides verzichten", so Wan Tan. Bei den über 40-jährigen Rauchern habe der zusätzliche Konsum von Marihuana außerdem das COPD-Risiko um weitere 30 Prozent erhöht, nämlich vom Faktor 2,5 auf den Faktor 3,4.

"Wir konnten damit erstmals belegen, dass der zusätzliche Gebrauch von Marihuana für Raucher nicht ohne Folgen bleibt", so Wan Tan.

In der Erhebung wurde allerdings darauf verzichtet, näher nach den Rauchgewohnheiten der Teilnehmer zu fragen, zumal diese bei Marihuana-Rauchern stark schwanken. Die Pneumologin geht jedoch davon aus, dass viele Marihuana-Raucher höchstens einmal pro Woche zum Joint greifen. 17 Prozent der Jüngeren und 13 Prozent der Älteren sagten, sie würden ausschließlich Marihuana rauchen.

*BOLD: Burden of Obstructive Lung Disease

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