Maßgeschneiderte T-Zellen sind ein Ansatz gegen Infektionen mit HIV

Veröffentlicht:

BERLIN (eb). Forscher der Charité in Berlin haben einen neuen Weg entdeckt, im Immunsystem langfristig wirkende Abwehrzellen gegen Infektionen zu erzeugen. Die Wissenschaftler um Professor Max Löhning konzentrierten sich dabei auf die T-Helferzellen. Durch ihr Forschungsergebnis sind sie dem Ziel, maßgeschneiderte Gedächtniszellen herzustellen, einen deutlichen Schritt näher gekommen.

Wichtiger Teil der Immunabwehr: blau gefärbte T-Zelle unter dem Elektronen-Mikroskop.

Wichtiger Teil der Immunabwehr: blau gefärbte T-Zelle unter dem Elektronen-Mikroskop.

© Foto: Löhning / Charité Berlin

Einige dieser T-Helferzellen produzieren Abwehrstoffe, die Effektor-Zytokine. Diese steuern die Antwort des Immunsystems gegen eindringende Viren. Andere Immunzellen wirken als langlebige Gedächtniszellen, die bei einer erneuten Infektion umso stärker Keime abwehren. "Wir wollten wissen, ob sich die Zellen, die bereits Abwehrstoffe produziert haben, zu Gedächtniszellen entwickeln können", so Löhning. "Bisher ging man davon aus, dass diese Zellen sehr schnell sterben."

Erstmals gelang es den Forschern nun, diese Zellen aus Mäusen zu isolieren, in andere Mäuse zu übertragen und das Verhalten der Zellen dort über längere Zeit zu beobachten. Überraschend war, dass viele T-Zellen noch Jahre nach der ersten Infektion lebten und sich tatsächlich in Gedächtniszellen verwandelt hatten. Sie hatten sich die optimale Immunantwort auf ein ganz bestimmtes Virus gemerkt (J Exp Med 205, 2008, 53).

"Damit sind wir dem Ziel, maßgeschneiderte Gedächtnis-T-Zellen zu erzeugen, einen großen Schritt näher gekommen", sagt Löhning. Das ist wichtig für Menschen mit langwierigen Infektionskrankheiten, die auf Immunzelltherapien angewiesen sind. Ihnen werden Abwehrzellen entnommen, auf eine Immunantwort hin trainiert und wieder eingesetzt. "Wir wissen jetzt, dass diese Therapien auch langfristig wirken können, weil Gedächtniszellen entstehen", so Löhning.

Ebenso bedeutsam könnte das Verfahren seiner Ansicht nach für die Entwicklung alternativer Impfstrategien bei jenen Patienten sein, bei denen die passive Immunisierung versagt. Dazu könnte eines Tages auch der Aids-Erreger HIV gehören. Er verändert immer wieder seine Oberflächenstruktur und ist daher für Antikörper schlecht erkennbar. Maßgeschneidert erzeugte Gedächtnis-T-Zellen könnten eines Tages das Virus trotz dieser Verkleidungen wirkungsvoll bekämpfen, hofft Löhning.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Wo geht es hier zum nächsten Arzttermin? Über Google starten viele Patienten die Suche, neuerdings wird auch Chat-GPT konsultiert. Eher zielgerichtet ist es, direkt nach Terminen zu suchen.

© fotogestoeber / stock.adobe.com

Arzttermine online

Meta-Suchmaschine für Arzttermine soll die Suche effizienter machen

Ein Arzt erläutert seinem Patienten mit Fettlebererkrankung anhand eines Anatomiemodell der Leber die prognostischen Risiken.

© manassanant / stock.adobe.com

Hepatisches Risiko erhöht

Schlank und MASLD – das macht der Leber schwer zu schaffen

Spritze zum Impfen mit Schriftzug

© Fiedels / stock.adobe.com

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!