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Medizinische Notfälle im Flugzeug

Veröffentlicht:

Synkopen und gastrointestinale Beschwerden sind im Flugzeug häufig. Einfache Rezepte helfen oft.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Über 26 Millionen private Flugreisen unternahmen die für ihre Reisefreudigkeit bekannten Deutschen nach Angabe des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2009. Bei der großen Zahl der Reisenden bleibt es nicht aus, dass es immer wieder einmal zu medizinischen Problemen während eines Fluges kommt.

So registrierte die Lufthansa auf ihren Flügen im gleichen Jahr insgesamt 2900 medizinische Zwischenfälle. Außerplanmäßige Zwischenlandungen sind etwa 50 Mal pro Jahr erforderlich.

Forscher der Universität Bochum analysierten vor einigen Jahren über 10.000 der sogenannten "Inflight-Emergencies", die sich zwischen 2002 und 2007 an Bord von Maschinen zweier europäischer Fluggesellschaften ereignet hatten.

Die Studie ergab, dass Synkopen mit Abstand am häufigsten auftraten. Sie machten 53,5 Prozent der Zwischenfälle aus. Am zweithäufigsten kam es zu gastrointestinalen Beschwerden (8,9 Prozent).

Erst an dritter Stelle standen Herz-Kreislauf-Störungen mit 4,9 Prozent der Fälle. Allerdings waren Herzinfarkte und Schlaganfälle die häufigsten Gründe, die zu einer Flugumleitung oder ungeplanten Zwischenlandung führten.

Der unerwartet hohe Anteil an Ohnmachtsanfällen wurde vor allem auf die Dehydratation durch eine zu geringe Trinkmenge und die sehr trockene Luft in der Flugzeugkabine zurückgeführt.

Reisende sollten deshalb auf eine Flüssigkeitszufuhr von mindestens 100 bis 150 Milliliter pro Stunde achten. Auch zur Thromboseprophylaxe wird eine ausreichende Trinkmenge auf Langstreckenflügen empfohlen.

Gastrointestinale Beschwerden sind oft durch Luftansammlungen im Magen-Darm-Trakt bedingt, die sich aufgrund des in der Flugzeugkabine herrschenden niedrigen Umgebungsdrucks ausdehnen (Boyle-Mariotte'sches Gesetz) und so zu Bauchschmerzen führen können.

Magenempfindliche Personen sollten deshalb auf blähende Speisen und kohlensäurehaltige Getränke vor und während einer Flugreise möglichst verzichten.

Infos zur Reisemedizin: www.crm.de

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Kommentare
Karl-Georg Vaith 30.08.201111:38 Uhr

Apoplex während eines Fluges von LA nach FRA

Man sollte mal darüber informieren,daß ein Schlaganfall nicht nur das "FAST"-Projekt, sondern alleine nur sehr starke Kopfschmerzen beinhält.

Die Symptome sind abzugrenzen, da oft zusätzlich noch Übelkeit und Erbrechen festgestellt werden und ein falscher therapeutischer Weg gegangen wird.

Wird der Patient in der Flughafen Klinik dann weiterhin mit Antivertiginosa nur gegen Übelkeit und Erbrechen therapiert, dann ist das Zeitraster durchbrochen, da in diesem Fall erst nach 6 Std. Sprachstörungen und Absencen auftraten.
Dann erst wurde eine Einlieferung in die Klinik vollzogen. Vorher wollte man den Pat. per Flug nach München verfrachten.
Das wäre sein sicherer Tod gewesen.
Nur durch eine sofortige Craniotomie konnte der Pat. noch gerettet werden.
Eine Zwischenlandung in Hamburg wäre das optimale gewesen.

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