Wirbelsäulenregister

Mehr Klarheit über Eingriffe und Therapien

Langzeitbeobachtungen sowie Therapievergleiche auf wissenschaftlicher Basis werden möglich.

Veröffentlicht:

FRANKFURT AM MAIN. Verlässliche Informationen über die Zahl und Art der Operationen sowie Behandlungsergebnisse bei Wirbelsäulenerkrankungen sollen zukünftig über das zentral geführte nationale Wirbelsäulenregister verfügbar sein.

Dieses Register wurde vor zwei Jahren von der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft (DWG) eingeführt und von zahlreichen Kliniken und Versorgungseinrichtungen in Deutschland zunächst als Pilotprojekt mit Daten gespeist, teilt die Deutsche Wirbelsäulengesellschaft (DWG) zu ihrem Kongress mit.

Infos auch zu Komplikationen und Risikofaktoren

Angaben über die Art der behandelten Erkrankungen, Risikofaktoren, Art der Therapie, Komplikationen und Ergebnisse können aus Sicht der Therapeuten sowie auch aus der Sicht der Patienten analysiert werden.

"Mit dem Wirbelsäulenregister haben wir eine Einrichtung geschaffen, die Langzeitbeobachtungen sowie Therapievergleiche auf wissenschaftlicher Basis ermöglicht", wird Dr. Frerk Meyer aus Oldenbrug zitiert, der Leiter der Registerkommission der DWG.

"Zwar werden zu Abrechnungszwecken ebenfalls zahlreiche Daten erhoben, diese sind jedoch nur bedingt geeignet, um Fragen zum Umfang und Art der Versorgung sowie zur Versorgungsqualität zu beantworten."

Selbst die Zahl der durchgeführten Wirbelsäuleneingriffe könne ohne das Wirbelsäulenregister kaum ermittelt werden, erinnert die DWG in ihrer Mitteilung.

So wird bei anderen Statistiken beispielsweise ein Eingriff, bei dem ein kleiner Abschnitt der Wirbelsäule versteift wird, als zwei Operationen gezählt - jeweils eine für die Entfernung der Bandscheibe und für die Versteifung der Wirbelkörper. Tatsächlich wird aber nur einmal operiert.

Diskussion wird versachlicht

"Das Ergebnis sind verfälschte Operationszahlen, die deutlich höher als die tatsächlichen Zahlen liegen", betont DWG-Präsident Dr. Daniel Rosenthal in der Mitteilung.

"Das Wirbelsäulenregister trägt damit auch zu einer Versachlichung der Diskussion bei, die immer wieder über die Notwendigkeit von operativen Eingriffen geführt wird. Das Register liefert die notwendigen Daten, um sowohl die Indikations- als auch die Behandlungsqualität darzustellen."

Das Register nutzt die bereits vorhandene Plattform und Technologie des internationalen Wirbelsäulenregisters "Spine Tango", so dass auch internationale Vergleiche möglich sind.

"Wir erwarten uns zahlreiche wichtige Erkenntnisse, die die Qualität der Wirbelsäulenbehandlung in Deutschland sicherlich signifikant beeinflussen werden", so Rosenthal. (eb)

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