Mikrobläschen verbessern Sonografie

ERLANGEN (gvg). Per kontrastmittelverstärktem Ultraschall können 19 von 20 bösartigen Lebertumoren, deren Dignität im herkömmlichen Ultraschall unklar war, korrekt als bösartig identifiziert werden. Die Methode erspart Patienten damit CT- oder MRT-Untersuchungen.

Veröffentlicht:

Das belegt eine prospektive Multicenterstudie der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Sie wurde bei einer vom Unternehmen Bracco Imaging Deutschland unterstützten Veranstaltung beim Internistenkongress in Wiesbaden vorgestellt.

An der Untersuchung nahmen 1349 Patienten aus 24 Kliniken teil, die einen im Ultraschall-B-Bild und im Farb-Doppler unklaren Lebertumor hatten. Bei allen Patienten wurde zur weiteren Diagnostik ein kontrastmittelverstärkter Ultraschall gemacht. Dabei kamen als Kontrastmittel gasgefüllte Mikrobläschen zum Einsatz, die von einer Phospholipidmembran umgeben sind (SonoVue®). Als Goldstandard diente bei 75 Prozent der Patienten die Leberhistologie, bei den übrigen ein CT- oder MRT-Befund.

Im Ergebnis zeigte sich eine hohe Sensitivität und Spezifität. 19 von 20 malignen Läsionen wurden korrekt erkannt (Sensitivität 96 Prozent), außerdem acht von zehn benignen (Spezifität 83 Prozent). Daraus errechnet sich eine positive Vorhersagekraft für eine bösartige Läsion von rund 95 Prozent.

Ultraschallkontrastmittel auf Basis von Mikrobläschen sind eine noch relativ neue Entwicklung. Sie werden in sehr kleinen Mengen von meist unter 5 ml gegeben und gelten als gut verträglich. Die Bläschen verbleiben mehrere Minuten lang im Gefäßsystem, ohne ins Interstitium zu wandern. Mit ihrer Hilfe lässt sich das Gefäßlumen damit hoch selektiv und in Echtzeit darstellen. Für die Verwendung in der Onkologie bedeutet das vor allem, dass Ärzte die Gefäßversorgung eines Tumors im Ultraschall sehr viel detaillierter darstellen können als bisher.

Anders als im herkömmlichen B-Bild des Ultraschalls, das die Echomorphologie eines Tumors zeigt und anders als im Dopplersono, der Aussagen vor allem über große Gefäße erlaubt, liefert der kontrastmittelverstärkte Ultraschall Informationen über die mikrovaskuläre Versorgung einer Läsion.

Den Patienten bleiben durch die neue Technik unter Umständen aufwendigere diagnostische Verfahren erspart: "Im Moment würden wir bei Patienten mit unklarem Ultraschallbefund ein CT, ein MRT oder eine invasive Biopsie empfehlen", berichten die Autoren um Dr. Deike Strobel von der Universität Erlangen (European Journal of Ultrasound 225, 2008, 499). Wird die definitive Diagnose per kontrastmittelverstärktem Ultraschall gestellt, kann auf diese Zwischenschritte vor der Operation in vielen Fällen verzichtet werden.

Ihr Newsletter zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Ab wann darf ich jüngere Menschen auf Kasse gegen Herpes zoster impfen?

Prozesse werden teurer

Tipps: So können Praxen die Risiken für einen GOÄ-Streit minimieren

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!

Lesetipps
Eine Blutdruckmessung

© CasanoWa Stutio / stock.adobe.com

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert