Direkt zum Inhaltsbereich

Mit Antidepressiva gegen Hirnschäden

IOWA CITY (mut). Eine SSRITherapie fördert offenbar die kognitive Regeneration nach einem Schlaganfall: Vor allem Sprache und visuelles Gedächtnis lassen sich damit bessern.

Veröffentlicht:
Die Serotoninspiegel im Gehirn konnten mit einem SSRI gesteigert werden. © Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

Die Serotoninspiegel im Gehirn konnten mit einem SSRI gesteigert werden. © Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

Schon lange haben Forscher erkannt, dass Serotonin nicht nur wichtig für die Stimmung ist, sondern auch für das Nervenwachstum. Der Neurotransmitter fördert etwa die Produktion von neurotrophen Faktoren, lässt vermehrt Axone aussprossen und kann im Hippocampus die Bildung neuer Nervenzellen induzieren.

In wie weit sich das klinisch nutzen lässt, haben jetzt Forscher bei 129 Schlaganfall-Patienten geprüft (Arch Gen Psych 67, 2010, 187). Dazu haben sie bei einem Teil der Patienten die Serotoninspiegel im Gehirn mit einem SSRI - in diesem Fall Escitalopram - gesteigert. Teilnehmer waren sowohl Patienten mit hämorrhagischem als auch mit ischämischem Insult, keiner hatte eine Depression oder sehr schwere kognitive Defizite, der Schlaganfall lag weniger als drei Monate zurück.

Die Studienteilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt. Die einen erhielten den SSRI (10 mg/d), ein weiterer Teil Placebo, und eine dritte Gruppe bekam ein Kognitionstraining. Gemessen mit der neuropsychologischen Skala RBANS* (maximal 160 Punkte) hatte sich die kognitive Funktion insgesamt mit dem SSRI um 9 Punkte (von 81 auf 90 Punkte) verbessert, mit Placebo nahm der Wert nur um 6 Punkte, mit Kognitionstraining um einen Punkt zu. Am deutlichsten war der Unterschied in den Subskalen für visuelles Gedächtnis und Sprache.

RBANS*: Repeatable Battery for the Assessment of Neuropsychol. Status

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Registeranalyse

Intravenöse Lyse auch bei Kindern mit Schlaganfall wohl vorteilhaft

Phase-III-Studie EMPHASIS

Antibiotikum verbessert wohl Prognose nach leichtem Schlaganfall

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf

Sechs Monate längeres Gesamtüberleben

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Besser als die Chemotherapie?

Lesetipps
Ein Säugling liegt auf dem Rücken auf einem Bett. Die Hände der Mutter streichen sachte über den Bauch des Kindes.

© Aurora Aesthetics / Generated with AI / Stock.adobe.com

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?

Füße mit Lymphödem

© [M]_Dr. P. Marazzi / Science Photo Library

Ödem ist nicht gleich Ödem

Lymphödem versus Lipödem: Tipps für Diagnostik und Therapie