Mit Prothese zurück in den Sport

Jährlich werden allein in Deutschland etwa 300 000 Endoprothesen implantiert. Danach fällt vielen Patienten Sport wieder leichter.

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Nordic Walking nannten erfahrene Operateure als besonders geeignete Sportart für Patienten mit Hüftendoprothese.

Nordic Walking nannten erfahrene Operateure als besonders geeignete Sportart für Patienten mit Hüftendoprothese.

© Foto: falkjohann@www.fotolia.de

Werden Endoprothesen implantiert, dann meist Hüftendoprothesen. Danach folgen Endoprothesen an Knie, Schulter, Sprunggelenk und Wirbelsäule. Entsprechend stammen fast 83 Prozent der Daten in Studien zu Sport nach Endoprothesen-Op von Patienten mit Hüft-Totalendoprothesen (TEP), nur 14 Prozent von Knie-TEP und nur drei Prozent von Schulter-TEP.

Durch die Endoprothese lassen nicht nur die Schmerzen nach, sondern auch die Lebensqualität steigt. Die Patienten beginnen, wieder Sport zu treiben. Belastung nach Endoprothesen-Op ist sogar gewünscht, da sie die Knochenqualität im Prothesenlager bessert und die Gelenke muskulär stabilisiert. Dennoch beruhen die Empfehlungen zur Sportfähigkeit nach Endoprothesen-Op derzeit eher auf persönlichen Erfahrungen als auf evidenzbasierten Studien.

Günstig sind Sportarten ohne Sprungelemente

Nach einer TEP-Op entscheiden sich Patienten oft für Low-impact-Sportarten, die also keine sprunggleichen Elemente enthalten. Damit kommen nach der Op weniger Sportarten in Frage als davor, Sportarten mit moderater Belastung werden häufiger genannt. Am beliebtesten sind Radfahren, Wandern, Schwimmen und Gymnastik.

Patienten mit einer Hüftendoprothese treiben nach der Op vermehrt Sport, bevorzugt Low-impact. In einer Befragung nannten 17 erfahrene Operateure Wandern, Nordic Walking, Schwimmen und Radsport auf der Straße als besonders geeignet. Bergwandern, Golfen, Segeln, Skilanglauf und Skitouren sowie Kegeln stuften sie nur als eher geeignet ein. Ballsportarten und Leichtathletik hielten sie für nicht geeignet. Und Kampfsportarten lehnten sie als überhaupt nicht geeignet ab.

Bei Patienten mit Knie-Op gibt es keine Unterschiede zwischen denen mit einer Teil- und einer Totalendoprothese. 70 Prozent der Patienten treiben nach einer Knie-Op mehr Sport als vorher. Dabei bevorzugen sie empfohlene Sportarten wie Wandern, Schwimmen, Gymnastik oder Radfahren. Aussteiger aus den gewohnten Sportarten wie Laufen, Tanzen, Kontaktsportarten, Ski oder Joggen suchen sich moderatere Bewegungsformen. Patienten, die ihre gewohnte Sportart weiterführen, steigern meist ihre Aktivität.

Patienten wünschen oft die Op, um einen Sport weiter ausüben zu können.

Erstaunliche Daten gibt es für Patienten nach Schulterendoprothesen-Op: Mehr als 70 Prozent der Operierten, die vorher Sportarten wie Tennis, Squash oder Golf gemacht haben, fangen wieder damit an. Grund dafür ist, dass 64 Prozent der Patienten den Eingriff auch deshalb vornehmen lassen, um wieder Sport treiben zu können.

Nach einer Endoprothesen-Operation sind Bewegungen mit hohen Rotationsmomenten und Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko zu vermeiden. Die Patienten müssen keine neue Sportart lernen, vielmehr ihre Bewegungsabläufe der jeweiligen Endoprothese und Sportart anpassen: Golfspieler sollten ihren Schwung verkürzen, Spikes vermeiden und lieber den Caddy nutzen als das schwere Bag zu ziehen. Skifahrer sollten große Schwünge und flache Pisten vorziehen. Dies hilft, mechanische Belastungen zu minimieren und Luxationen zu verhindern.

Voraussetzungen an die Endoprothese sind eine stabile Verankerung und eine stabile Führung durch Muskeln und Bänder. Die Bewegungsabläufe sollten sicher sein und die Implantation sollte länger als sechs Monate zurückliegen. Ein Sportverbot dagegen sollte bei Infektionen und Instabilität gelten. Eine relative Kontraindikation besteht bei einem BMI über 30. (pie)

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