Mit neuem Organ sind selbst Fernreisen möglich

NEU-ISENBURG (Smi). Nach einer Organtransplantation sind Reisen grundsätzlich erlaubt. Im ersten Jahr sollten Patienten möglichst nur ins europäische Ausland reisen, als Fernziele kommen aber auch Nordamerika, Japan und Australien in Betracht, wie der Transplantationsmediziner Dr. René Tolba von der Uniklinik Bonn in einem Gespräch mit dem Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz (BGV) erläutert.

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Da diese drei Länder ein gemäßigtes Klima, einen hohen Hygienestandard und eine flächendeckende Gesundheitsversorgung haben, sei dort die Erkrankungswahrscheinlichkeit gering, so Tolba. Dagegen seien Reisen in die Tropen im ersten Jahr nach der Transplantation tabu und auch danach immer mit einem erhöhten gesundheitlichen Risiko verbunden.

"Generell sollten sich Patienten rechtzeitig vor Antritt ihrer Reise über die erforderlichen Impfungen informieren, damit diese bei mangelndem Impferfolg noch einmal vorgenommenen werden können", empfiehlt Tolba. Zu beachten sei, daß die Impfantwort durch die Immunsuppressiva herabgesetzt ist. Eine ausreichend gute Impfreaktion ist erst wieder sechs bis zwölf Monate nach der Transplantation möglich, wenn die Dosierung der Medikamente etwas abgesenkt worden ist.

Geimpft werden darf nur mit Totimpfstoffen. "Wenn möglich, sollten die Impfungen schon vor der Transplantation vorgenommen werden, da die zuvor erworbene Immunität erhalten bleibt", rät Tolba. Auch auf eine gute Umgebungsimpfung sollten Reisende nach einer Transplantation achten, was heißt, daß enge Kontaktpersonen - vor allem Familienmitglieder - auch geimpft sind.

In einigen Ländern Asiens und vor allem Afrikas muß man bei Einreise eine Gelbfieberimpfung nachweisen. Für Patienten nach einer Organtransplantation ein Problem, da es sich bei der Gelbfiebervakzine um einen Lebendimpfstoff handelt. Tolba empfiehlt, über die Botschaft rechtzeitig abzuklären, ob mit ärztlichem Attest auch ohne Impfung eingereist werden darf. Bei Reisen in ein Malaria-Endemiegebiet sollte die Prophylaxe eng mit dem Transplantationszentrum abgestimmt werden.

Die BGV hat die Broschüre "Leben mit dem neuen Organ" herausgegeben, der eine Checkliste für Reisen nach einer Transplantation beiliegt und die kostenlos angefordert werden kann beim BGV, Gotenstraße 164, 53175 Bonn oder im Internet unter www.bgv-transplantation.de

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