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Modellprojekt zur kontrollierten Heroinabgabe erfolgreich

KÖLN (jgr). Die ersten Ergebnisse des bundesweiten Modellprojekts zur kontrollierten Heroinabgabe sind vielversprechend. Doch trotz der positiven Bilanz ist die weitere Finanzierung des Projekts unsicher.

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Seit vier Jahren wird in sieben deutschen Städten Heroin kontrolliert an Süchtige abgegeben. Forscher des Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) der Universität Hamburg wollen im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums herausfinden, ob Drogensüchtige auf diese Weise leichter soziale und gesundheitliche Stabilität wiedererlangen als Abhängige, die mit Methadon behandelt werden.

"Die Studie zeigt einen signifikanten statistischen Vorteil derjenigen, die mit Heroin behandelt werden, im Vergleich zu denen, die Methadon bekommen", faßt der Projektleiter Dr. Christian Haasen den Bericht des ZIS zusammen.

Die Ergebnisse wurden Ende März in Köln vorgestellt. Bei 295 von 515 der mit Heroin behandelten Patienten (57,3 Prozent), verbesserte sich danach der Gesundheitszustand, und sie konsumierten die Droge nicht mehr illegal zusätzlich. Bei Patienten, die Methadon zur Substitution erhielten, war dies nur bei 224 von 500 (44,8 Prozent) der Fall.

Obwohl die Ergebnisse eindeutig sind, ist unklar, ob die heroingestützte Behandlung bei Schwerstabhängigen als Regelbehandlung etabliert werden kann. Die Modellversuche enden voraussichtlich Ende des Jahres. Dann muß das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte entscheiden, ob Heroin als Medikament zugelassen werden soll.

Würde das Institut die Zulassung beschließen, müssen sich Kommunen, Länder und Kassen über die Finanzierung fest eingerichteter Heroinambulanzen verständigen. "Ich gehe davon aus, daß das Projekt finanziert wird, wenn die Genehmigung vorliegt und die Kassen sich beteiligen", sagt die Kölner Gesundheitsdezernentin Dr. Ursula Christiansen.

In Köln stellt die Stadtverwaltung bereits seit Anfang 2005 kein Geld mehr für das Heroinprojekt zur Verfügung. Die Kosten für Räumlichkeiten, Personal und Medikamente werden seitdem mit Spenden gedeckt und müßten in Zukunft von den Kassen übernommen werden. Lediglich das Heroin selbst wird vom Sozialamt bezahlt.

"Wir halten es für ein sehr begrüßenswertes Projekt", sagt Axel Hentschel, ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Junkiebund Köln. Er habe bei Betroffenen eine nachhaltige psychosoziale Verbesserung beobachten können. Die derzeitige Unsicherheit darüber, ob das Projekt abgebrochen wird, setze die Teilnehmer allerdings unter enormen psychischen Druck, so Hentschel.

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