Direkt zum Inhaltsbereich

Motto bei Dyspepsie: "Teste und behandele"

WIESBADEN (gwa). Bei jungen Patienten mit Dyspepsie kann man nach dem Motto "Teste und behandele" verfahren - vorausgesetzt, es gibt keine Alarmsymptome wie ungewollten Gewichtsverlust. Wird per Atemtest eine Infektion mit Helicobacter pylori (Hp) festgestellt, wird eradiziert. Therapiestandard ist die Dreifach-Therapie. Allerdings: Auf lange Sicht ist - zumindest nach Studiendaten - nur etwa jeder Zehnte symptomfrei.

Veröffentlicht:

Sollte man jüngere Patienten mit Dyspepsie, also zum Beispiel 20- bis 30-Jährige, die eine Hp-Infektion haben, überhaupt eradizieren? "Diese Frage sollte man sich stellen, bevor man jemandem zum Test schickt." Das betonte Professor Wolfgang Fischbach beim Gastro Update in Wiesbaden. Falle ein Hp-Atemtest positiv aus, sollte man auch handeln.

Nach wie vor Standard bei der Hp-Eradikation ist die 7-tägige Dreifach-Therapie:

  • zweimal täglich PPI (etwa Pantoprazol 40 mg) plus
  • zweimal täglich 500 mg Clarithromycin plus
  • zweimal 1 g Amoxicillin.

Nach frühesten sechs Wochen wird per Atemtest der Therapie-Erfolg kontrolliert.

Fällt der Atemtest erneut positiv aus, empfiehlt Fischbach nun eine Dreifach-Therapie, bei der statt Clarithromycin zweimal täglich 500 mg Levofloxacin verordnet werden. Fischbach begründete seine Empfehlung damit, dass es inzwischen viele überzeugende Studiendaten zu einer Levofloxacin-basierten Dreifach-Therapie gebe. Ist auch eine zweite Therapie nicht erfolgreich, müssen die Patienten gastroskopiert und Biopsien entnommen werden, um die Resistenz der Keime zu testen und eine dritte Eradikation anzupassen.

Aber warum sollte man überhaupt eradizieren, wenn nach erfolgreicher Eradikation nur jeder Zehnte mit Dyspepsie länger als ein Jahr symptomfrei ist, wie Studien nahelegen? Weil bei Dyspepsie ohnehin kaum eine Therapie auf lange Sicht sicher symptomfrei macht. Und weil bei den jungen Patienten ohnehin nach wie vor eine Hp-Eradikation empfohlen wird.

Übrigens: Kollegen im Auditorium hatten einen positiveren Eindruck von den Effekten einer Hp-Eradikation auf Dyspepsie-Symptome. Nur jeder Zehnte profitiert auf lange Sicht? Das sind mehr, sagte etwa ein Gastroenterologe nach dem Vortrag.



STICHWORT

Update-Programm

Die wichtigsten Neuigkeiten und das Wesentliche für die Praxis zur Gastroenterologie sowie 16 CME-Punkte bietet das Gastro Update erneut am 16. und 17. März in Berlin. Infos, Programm und Online-Anmeldung gibt es auf www.gastro-update.de.

Die nächsten Updates aus dem Programm von med update:

  • Diabetes Update: 16. / 17. März in Düsseldorf,
  • Praxis-Update speziell für Hausärzte: 27. / 28. April in Berlin und erneut am 4. / 5. Mai in Wiesbaden,
  • Gyn Update: 27. / 28. April in Wiesbaden

Weitere Infos zu den Programmen und zur Online-Anmeldung auf www.med-update.com

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

FODMAP, Hypnose, Stuhltransfer

Diese Interventionen helfen beim Reizdarmsyndrom

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Bewusster Verzicht

Was bringt Fasten bei Schmerz?

Erfahrungen eines Hausarztes

40 Prozent Home-Office für Ärzte: Wie das funktionieren kann

Lesetipps
Bus, der in Richtung Rauchfreiheit fährt.

© Thomas Reimer / stock.adobe.com

Zum Weltnichtrauchertag

Wie Sie Ihre Patienten beim Rauchstopp unterstützen können

Darstellung des Herzpflasters auf einem Herzen.

© Universitätsmedizin Göttingen

Herzinsuffizienz

Erste klinische Studie belegt Wirksamkeit des Herzpflasters