Direkt zum Inhaltsbereich

Nachfrage nach Homöopathika wächst

KARLSRUHE (cw). Die Deutsche Homöopathie Union (DHU) rechnet mit wachsender Nachfrage nach Homöopathika und Schüßler-Salzen. Das Unternehmen will seine Produkte daher künftig bei den Kassenärzten stärker bewerben. In Karlsruhe stellte die DHU Anfang Oktober ein neues, 25 Millionen Euro teures Produktionsgebäude der Öffentlichkeit vor.

Veröffentlicht:

Der Neubau bedeute ein "klares Bekenntnis zum Standort und zur Sicherung der fast 500 Arbeitsplätze" bei Deutschlands größtem Hersteller homöopathischer Präparate, hieß es anläßlich der Einweihungsfeierlichkeiten. DHU-Geschäftsführer Patrick Krauth begründete die Großinvestition nicht nur mit dem zunehmenden Absatz von DHU-Produkten, sondern auch mit den stetig wachsenden gesetzlichen Anforderungen an die Qualität in der Pharma-Produktion.

Das neue Produktionsgebäude umfaßt 4600 Quadratmeter reine Herstellungsfläche. Hier werden Tabletten, Globuli und Liquida sowie Sonderaufträge gefertigt. Die durch den Neubau frei werdenden Flächen in älteren Gebäudetrakten sollen jetzt ausschließlich der Verpackung dienen.

Globuli, Tabletten und Liquida aus 1400 Ausgangsstoffen

Nach Krauths Angaben produziert die DHU jährlich zwischen zehn und elf Millionen homöopathische Einzelmittel. Grundlage dafür sind rund 1400 pflanzliche, tierische oder mineralische Ausgangsstoffe. Ein Teil der Produktion geht in den Export. Besonders gut, so Krauth, liefen die Ausfuhren in einige osteuropäische und asiatische Länder. In Deutschland entwickele sich derzeit die Nachfrage nach Schüßler-Salzen ausgesprochen gut.

Zielgruppen der DHU seien Ärzte, Heilpraktiker, Apotheker und Tierärzte sowie die Verbraucher. In den kommenden Jahren will die DHU auch die Vertragsärzte stärker ansprechen und zur Empfehlung von Homöopathika motivieren. Das kündigte DHU-Geschäftsführer Franz Stempfle an. Es gebe ein deutliches Interesse der Ärzteschaft an der Homöopathie, so Stempfle.

Dies korrespondiere mit den Wünschen vieler Patienten. Allerdings hätten die wenigsten Vertragsärzte genug Zeit für die aufwendige Anamnese des klassischen Homöopathen. Das ist aber nach den Worten des DHU-Geschäftsführers auch nicht immer nötig: Vielmehr gebe es rund 150 Standardindikationen, die sich mit 40 bis 50 bewährten Einzelmitteln - zum Beispiel die Mittel Belladonna, Arnica, Nux vomica oder Chamomilla - gut behandeln ließen.

DHU will der reinen Lehre verpflichtet bleiben

Mit einer solchen, wie Stempfle sie nennt, "praktischen Homöopathie" seien zwar gewisse Abstriche von der klassischen Homöopathie verbunden. "Wirksamkeitserlebnisse und Kundenbindung" blieben jedoch keineswegs aus.

Der reinen homöopathischen Lehre bleibe das Unternehmen dennoch insoweit verpflichtet, als die DHU auch weiterhin das gesamte Spektrum der homöopathischen Stoffe anbieten und zudem auch Einzelanfertigungen machen werde, versicherte Stempfle.

Mehr zum Thema

Beitragssatzstabilisierungsgesetz

Allianz von Ex-Politikern wirbt für Homöopathie als Krankenkassen-Leistung

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hautärztliche Empfehlungen

Welche Ernährung bei Akne ratsam ist

Pro & Contra

Betablocker nach Herzinfarkt – Standard oder Einzelfallentscheidung?

Lesetipps
Hausarzt Florian Vorderwülbecke mit seiner Tasche

© Vincenz Vorderwülbecke

Auf Haus- und Heimbesuch

Die perfekte Hausbesuchstasche: Worauf Sie beim Packen achten können

Viel hilft viel? Die Studienlage zu Probiotika ist im besten Falle durchwachsen.

© Romario Ien / stock.adobe.com

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

In Deutschland machen frühe Erkrankungen mit Darmkrebs (EOCRC), also vor dem 50. Lebensjahr circa 5 Prozent der Neudiagnosen aus.

© Dmytro / stock.adobe.com

Registerauswertung aus neun Bundesländern

Mehr Darmkrebs-Neudiagnosen bei Jüngeren in Deutschland