Nervenschmerz - keine Angst vor Antikonvulsiva!

FRANKFURT AM MAIN (hbr). Viele Krebspatienten haben Nervenschmerzen, oft auch eine Mischung aus nozizeptivem und neuropathischem Schmerz. Patienten mit Nervenschmerz brauchen eine besondere Arzneitherapie, deren wesentliche Komponenten Antidepressiva, Antikonvulsiva und Opioide sind. Einer Umfrage bei Fachärzten zufolge gibt es jedoch bei der adäquaten Schmerztherapie noch Defizite.

Veröffentlicht:

Jede fünfte Mastektomie-Patientin entwickelt ein Post-Mastektomie-Syndrom - "ein klassisches neuropathisches Schmerzsyndrom", so Dr. Rainer Freynhagen von der Uni Düsseldorf beim Schmerztag in Frankfurt am Main.

Einer Umfrage zufolge haben insgesamt etwa vier Millionen Menschen in Deutschland Nervenschmerzen, also neuropathische Schmerzen, denen ein Schaden an schmerzleitenden und verarbeitenden Strukturen zugrunde liegt. Etwa zehn bis 15 Prozent dieser Patienten haben zusätzlich nozizeptive Schmerzen, sind also von einer Mischung betroffen, dem sogenannten "Mixed-Pain-Syndrom".

"Hierunter fallen enorm viele Tumorpatienten", sagte Freynhagen bei einem Symposium von Janssen-Cilag. Die Anteile der beiden Schmerzarten variieren dabei je nach Patient und Situation.

Gegen nozizeptive Schmerzen stehen etwa NSAR, Coxibe und Opioide zur Verfügung. Bei neuropathischen Schmerzen werden Antidepressiva, Antikonvulsiva und in den vergangenen Jahren zunehmend langwirksame Opioide verordnet wie transdermales Fentanyl (Durogesic®), von dem die weiterentwickelte Version als Matrixpflaster Durogesic® SMAT ab heute verfügbar ist.

Was Kollegen in Deutschland bei neuropathischen Schmerzen verordnen, wurde in einer Umfrage bei 300 Ärzten erhoben. Das Ergebnis: Antikonvulsiva verordnen Neurologen zu 43 Prozent, Allgemeinärzte zu acht und Onkologen zu 30 Prozent.

Da scheine es noch "Berührungsängste" zu geben, so Freynhagen. Opioide verordnen 16 Prozent der Allgemeinärzte, 18 Prozent der Endokrinologen, 39 Prozent der Palliativmediziner und 52 Prozent der Onkologen.

Mehr zum Thema

Ein Blick in den Versorgungsvertrag der AOK Sachsen-Anhalt

Rückenschmerzen: „Eine frühzeitige Intervention ist sehr wichtig“

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Versorgungsprogramm von AOK und Klinikum Magdeburg

Ganzheitlich gegen den Rückenschmerz

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Praxistipps

Schulterschmerzen: Die vertrackte, ärztliche Spurensuche

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

© jarun011 / stock.adobe.com

Chronische lymphatische Leukämie

Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?