Neue Chance für Patienten mit Kolonkarzinom

MÜNCHEN (wst). In Deutschland ist jetzt mit Panitumumab eine neue Therapie-Option beim fortgeschrittenen kolorektalen Karzinom verfügbar. Der Antikörper ist als Monotherapie bei metastasiertem Dickdarmkrebs nach Versagen einer Standardchemotherapie indiziert, sofern der Tumor ein nicht mutiertes KRAS-Gen trägt.

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Das für den Erfolg mit Panitumumab (Vectibix®) entscheidende Genmerkmal liegt bei etwa 60 Prozent aller kolorektalen Karzinome vor und lässt sich mit einem etwa 270 Euro teuren Labortest nachweisen. Darauf hat Professor Thomas Kirchner vom Pathologischen Institut der Uni München hingewiesen. Durch die KRAS-Analyse vor Therapie lassen sich gezielt jene Patienten auswählen, die von dem Antikörper profitieren.

An einer Zulassungsstudie nahmen 463 chemotherapierefraktäre Patienten teil, die ein metastasiertes kolorektales Karzinom hatten. In der Studie hatten Patienten mit KRAS-Mutationen durch die Panitumumab-Therapie keinen signifikanten Vorteil im Vergleich zur Best Supportive Care (BSC), also der üblichen palliativen Behandlung. Dagegen profitierten Patienten mit unverändertem KRAS-Merkmal deutlich von der Antikörpertherapie. Das hat Dr. Dirk Arnold von der Klinik für Innere Medizin der Uni Halle bei der Einführungspressekonferenz von Amgen in München betont.

Über die Hälfte der 124 Patienten ohne Mutation sprach auf die bis zum Fortschreiten der Erkrankung alle zwei Wochen vorgenommenen Antikörper-Kurzinfusionen an: 17 Prozent erreichten eine partielle Remission, 34 Prozent eine Krankheitsstabilisierung. Partielle Remission bedeutet Größenabnahme aller Tumorbefunde um mindestens 50 Prozent für mindestens vier Wochen. Im Median lag die Überlebenszeit ohne Tumorprogression ab Studienbeginn mit der Antikörper-Therapie bei 12,3 Wochen, mit BSC bei nur 7,3 Wochen.

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