Direkt zum Inhaltsbereich

Neue Diabetes-Arznei erfolgreich in Phase II klinisch geprüft

ROM (hem). Mit einer Absenkung der Nierenschwelle für die Glukose-Ausscheidung könnte es bald eine neue Therapie bei Typ-2-Diabetes geben. Der neue Ansatz zielt auf den renalen Glukosetransporter SGLT2 (Sodium Glucose Cotransporter 2) und führt durch dessen Hemmung zu einer vermehrten Zuckerausscheidung mit dem Urin.

Veröffentlicht:

Wie Professor Geremia Bolli aus Perugia in Italien beim Europäischen Diabeteskongress in Rom berichtet hat, sind Leber und Nieren die einzigen menschlichen Organe, die Glukose in den Blutkreislauf bringen können. So stammt etwa ein Fünftel der Glukose, die während der Nacht in den Blutkreislauf gelangt, aus der Niere. Und bei Stoffwechselgesunden geht kein Zucker über den Urin verloren.

Die Niere filtert nämlich die Glukose heraus und stellt sie dem Organismus wieder zur Verfügung. Da die Nierenkapazität jedoch begrenzt ist, kann das Filterorgan nur bis zu einer Schwelle von etwa 180 mg/dl Plasmaglukose das Substrat reabsorbieren, erklärte Bolli. Zu 90 Prozent ist hierfür der Glukosetransporter SGLT2 ursächlich.

Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes ist dieses Transporter-System jedoch hochreguliert, so der Experte. Dies und die Tatsache, dass Diabetiker eine höhere Glukoselast im Filtrat aufweisen, führt dazu, dass bei ihnen mehr Glukose durch die Niere reabsorbiert wird, als bei Menschen mit Normoglykämie. Diese Zusammenhänge legen laut Bolli nahe, dass mit einer SGLT2-Hemmung auch der Blutzucker nachhaltig gesenkt werden könnte.

Dies gelingt in der Tat mit dem selektiven SGLT2-Hemmer Dapagliflozin, hat Professor John Wilding aus Liverpool berichtet. In einer Phase-II-Studie konnten mit dem neuen Therapieansatz sowohl der Nüchtern-Blutzucker als auch postprandiale Glukosewerte deutlich gesenkt werden, was nach drei Monaten in einer HbA1c-Minderung von 0,7 Prozentpunkten resultierte. Hypoglykämien traten lediglich auf einem mit Placebo vergleichbaren Niveau auf. Am Ende der Behandlungsperiode war zudem ein Gewichtsverlust zwischen 2,4 und 3,5 kg zu verzeichnen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vor weiterführender Diagnostik

Muss ein erhöhter PSA-Wert immer bestätigt werden?

Einschätzung von Kollegen

Wenn die Telefon-AU wegfällt: Was das für den Praxisalltag bedeutet

Mehrere Milliarden Dosen verimpft

Review bestätigt: mRNA-Impfungen sind sicher und wirksam

Lesetipps
Tablets to maintain the correct functioning of the human cardiovascular system on a blue background close-up

© bisonov / stock.adobe.com

Kombi schlägt Monotherapie

Diese Blutdrucksenker werden am besten vertragen