Neue Geräte erleichtern die Inhalation

MANNHEIM (grue). Inhalationssysteme für die Therapie bei Asthma und COPD sollen zuverlässig funktionieren und einfach in der Anwendung sein. In letzter Zeit sind einige neue Geräte mit raffinierten Techniken zur Inhalation von Medikamenten hinzugekommen.

Veröffentlicht:

Das richtige Inhalationssystem für jeden Patienten zu finden, ist nicht leicht. Denn die richtige Inhalation hängt je nach Gerät von der Koordinationsfähigkeit, dem Atemfluss und der Geduld des Bedieners ab.

Schon lange am Markt sind treibgasgetriebene Dosieraerosole, die für die meisten Wirkstoffe zur Therapie bei Asthma und COPD zur Verfügung stehen. Neuere Geräte produzieren eine länger anhaltende Sprühwolke, damit die Patienten in Ruhe inhalieren können. Dennoch erfordert die zeitliche Abstimmung von Auslösevorgang und Inspiration eine gewisse Geschicklichkeit. Adernfalls kommt das Medikament nicht in ausreichender Dosis in der Lunge an, und die obstruktiven Beschwerden verschlimmern sich.

Spacer erleichtern Inhalation von Dosieraerosolen

"Um dem vorzubeugen, können atemzuggetriggerte Dosieraerosole verwendet werden, oder der Patient benutzt einen Spacer", sagte Dr. Peter Haidl vom Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft in Schmallenberg beim Pneumologen-Kongress in Mannheim. "Spacer erleichtern die Aufnahme von Dosieraerosolen und sind so konstruiert, dass weniger als fünf Prozent des Wirkstoffes im Mund-Rachen-Raum hängen bleibt".

Für Kinder bis zum Alter von etwa fünf Jahren sind Dosieraerosole mit Spacer ohnehin das System der ersten Wahl, so Dr. Wolfgang Kamin von der Universitätsklinik Mainz. Für sie wurde eigens der Watchhaler™ von der Firma Activaero entwickelt. Dieser Spacer hat ein kindgerechtes Design, eine Volumen- und Flusskontrolle und zeigt die richtige Inhalation visuell an.

Die aus Trockenpulver erzeugten Aerosole erfordern keine Koordination von manueller und inspiratorischer Arbeit, denn sie werden alle durch den Atemzug aktiviert. Das erfordert allerdings einen ausreichend starken Inspirationsfluss. "Älteren Kindern fällt es leichter, stark einzuatmen als ruhig zu inhalieren", sagte Kamin. "Sie kommen nach Einweisung gut mit einem Trockenpulverinhalator zurecht". Eine Neuentwicklung in diesem Bereich ist ein Pulverinhalator, der zusammen mit Budenosid als Pulmax® von IVAX Pharma angeboten wird und eine spezielle Verwirbelungstechnik nutzt. Damit gelangen selbst bei Atemflüssen um die 30 l / min genügend Feinpartikel in die Lunge.

Vernebler mit stark verringertem Restvolumen

Technische Innovationen gibt es auch bei den Verneblern, die für die Feuchtinhalation von Medikamenten verwendet werden. Sie gelten als Option für Kleinkinder und für ältere Patienten, die andere Geräte nicht nutzen können. Mit Inhalationszeiten von bis zu 30 Minuten erfordert der Umgang mit den großen Geräten allerdings viel Geduld. Auch werden letztlich nur etwa 20 Prozent der eingefüllten Dosis genutzt, denn im Vernebler bleibt ein erhebliches Restvolumen zurück.

"Weil herkömmliche Vernebler große Partikel produzieren, müssen diese mehrfach gefiltert werden und bleiben dabei zum Teil im Gerät hängen", sagte Dr. Peter Brand von der Inamed GmbH in Gauting. Das Unternehmen hat deshalb einen Membranvernebler mit stark verringertem Restvolumen entwickelt: Mit dem Akita®-Gerät wird das Medikament in genauen und reproduzierbaren Dosen aufgenommen, denn die Atmung wird elektronisch kontrolliert. "Eine individuell programmierte Smart-Card registriert jeden Atemzug und setzt das Medikament passend dazu frei", erläuterte Brand.

Diese Smart-Card wird beim Hersteller programmiert und hat verschiedene Lungenfunktionsparameter des Patienten und seinen aktuellen Medikamentenbedarf gespeichert. Auf diese Weise kann die Therapie auf das Atemmuster abgestimmt werden.



STICHWORT

Inhalationssysteme

Zur Asthmatherapie werden Dosieraerosole, Pulverinhalatoren und Verneblergeräte verwendet. Wichtig ist es, die Patienten in die Handhabung einzuweisen und sich die Benutzung der Geräte von den Kranken vorführen zu lassen. So steht es in der Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie. (urm)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

© Bionorica SE

Phytoneering-Akademie

Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

Anzeige | Bionorica SE
Antibiotika – Fluch und Segen

© Bionorica SE

Podcast

Antibiotika – Fluch und Segen

Anzeige | Bionorica SE
Brauchen wir noch Antibiotika?

© deepblue4you | iStock

Content Hub

Brauchen wir noch Antibiotika?

Anzeige | Bionorica SE
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3, 17–19]

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine ältere Frau bekommt eine Impfung in den rechten Oberarm.

© David Pereiras / Stock.adobe.com

RCTs und Real-World-Evidenz

Wie gut die RSV-Impfung bei Erwachsenen wirkt – und ankommt