AIDS / HIV

Neue Hoffnung für Patienten mit resistenten HI-Viren

BERLIN (djb). Bereits behandelte HIV-Infizierte, deren Viren schon gegen Medikamente aus drei Substanzklassen resistent sind, haben eine gute Chance, dass mit dem neuartigen Wirkstoff Maraviroc die Virusvermehrung wieder dauerhaft unterdrückt wird.

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Das Medikament Maraviroc (Celsentri®) blockiert den Chemokin-Korezeptor 5 (CCR5) an der Oberfläche von CD4-Zellen. Diesen Rezeptor brauchen so genannte R5-trope HI-Viren, um in CD4-Zellen eindringen zu können. Durch die Blockade wird die Virus-Vermehrung verhindert.

Wie Professor Jürgen Rockstroh aus Bonn betonte, profitieren Patienten mit CCR5-tropen Viren (R5-Viren) von der neuen Option. Infektionen mit HI-Viren, die nicht den CCR5-, sondern den CXC4-Rezeptor nutzen, werden durch den neuen Hemmstoff nicht beeinflusst.

In den Zulassungsstudien wurde Maraviroc in Kombination mit einer optimierten antiviralen Basistherapie (OBT) bei zuvor intensiv behandelten Patienten mit virologischem Therapieversagen untersucht. Nach 24 Wochen wurde die Virusmenge um fast das 100-fache im Vergleich zum Ausgangswert gesenkt.

Nach 48 Wochen war die Virusmenge bei 45,5 Prozent der Patienten unter die Nachweisgrenze von 50 Kopien/ml Blut gefallen. Das seien dreimal mehr als in der Placebogruppe gewesen, so Rockstroh bei einer von Pfizer ausgerichteten Veranstaltung. Vor der Therapie lag die Virusmenge bei allen Teilnehmern über 5000 HIV-RNA-Kopien/ml.

Rockstroh erinnerte daran, dass aktuellen Daten zufolge die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland wieder steigt. Auch bei Neuinfektionen sind immer häufiger resistente Viren nachweisbar - nicht nur bei HIV-Infizierten, die bereits jahrelang antiretroviral behandelt wurden. Bei etwa 10 bis 20 Prozent der HIV-Erstdiagnostizierten in Europa lassen sich solche Primärresistenzen nachweisen. In Deutschland sind es etwa 15 Prozent.

R5-Viren dominieren sowohl bei neuen, sexuell übertragenen Viren vom Typ HIV-1 als auch in frühen Phasen der HIV-Infektion. Solche Viren sind bei etwa 80 Prozent der therapienaiven Patienten CCR5-trop. Bei zuvor intensiv antiretroviral behandelten Patienten verschiebt sich das Tropismus-Muster hin zu gemischt-tropen Viren. Der Anteil ausschließlich CCR5-troper Viren liegt Studien zufolge mit 47 bis 62 Prozent jedoch recht hoch.

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