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Epilepsie

Neue Messmethode

Eine Datenanalyse soll bei Epilepsie-Patienten die Hirn-Stimulation ersetzen. Auch der Therapieerfolg ließe sich so überprüfen.

Veröffentlicht:

FREIBURG. Die übermäßig starke Grunderregung des Gehirns von Epilepsie-Patienten konnten Ärzte bislang nur messen, indem sie das Gehirn elektrisch oder magnetisch stimulierten, was jedoch aufwändig ist und einen epileptischen Anfall auslösen kann.

Nun präsentiert ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des Uniklinikums Freiburg eine mathematische Analyse-Methode, um den Erregungszustand ohne äußeren Einfluss zu bestimmen (Proc Natl Acad Sci USA. 2015; online 9. November).

Das Verfahren macht die Messung sicherer, ermöglicht Langzeit-Untersuchungen und stellt eine objektive Therapiekontrolle in Aussicht, teilt die Universitätsklinik Freiburg mit. Außerdem zeigen die Forscher, dass die Erregbarkeit des Gehirns stark vom Schlaf-Wach-Rhythmus abhängt.

Wie stark arbeiten bestimmte Hirnbereiche?

Als Maß für die Grunderregung untersuchten die Forscher, wie stark verschiedene Bereiche des Gehirns im Gleichtakt arbeiten. Diese synchrone Aktivität ist bekanntlich bei Epilepsie erhöht.

Den Forschern sei es gelungen, die Grunderregung in den EEG-Daten auch ohne Stimulation zu zeigen. Im direkten Vergleich mit der bisherigen Methode wiesen sie nach, dass die neue Methode bereits sehr zuverlässig funktioniert.

Die Forscher zeigten außerdem, dass die Erregbarkeit des Gehirns unter anti-epileptischen Medikamenten zurückging. In Zukunft ließe sich damit der Erfolg von Therapien in Echtzeit kontrollieren. Auch für die Anfallsvorhersage könnte die Methode von Bedeutung werden.

Die Messungen zeigten außerdem starke Schwankungen im Tagesverlauf. Zudem wurde bei acht gesunden Probanden während eines 40-stündigen Schlafentzugs die Erregbarkeit gemessen. Je länger die Probanden wach waren, desto höher sei der gemessene Erregungszustand des Gehirns gewesen.

Das passe zu der Beobachtung, dass epileptische Anfälle gehäuft bei Schlafmangel auftreten.Für seine Studie wertete das Wissenschaftler-Konsortium aus Deutschland, USA und Australien Daten von zwölf Epilepsie-Patienten aus. Alle Patienten waren medikamentös nur mangelhaft behandelbar.

In Vorbereitung auf eine deshalb notwendige operative Epilepsie-Therapie wurde die Hirnaktivität mit EEG-Elektroden gemessen, heißt es in der Mitteilung der Uniklinik. Die Elektroden wurden dafür neurochirurgisch auf oder in die Gehirnoberfläche implantiert. Bei den gesunden Probanden wurden die EEG-Elektroden auf der Kopfhaut platziert.

Weitere Untersuchungen müssen nun prüfen, ob unterschiedliche Formen der Epilepsie im Erregungsmuster voneinander abweichen und wie gut die Vorhersagekraft bei einzelnen Patienten ist. Diese Informationen sind eine Grundvoraussetzung für mögliche Verfahren zur Anfallsvorhersage. (eb)

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