Neue Substanz blockiert T-Zell-Zirkulation

PRAG (hem). Die Wirkungen der neuen Substanz Fingolimod scheinen über eine reine Immun- modulation hinauszugehen. Zusätzlich werden neuroprotektive Effekte erwartet.

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Fingolimod (FTY720) ist eine immunmodulierende Substanz, die in den T-Zell-Haushalt eingreift. Die Substanz bindet an den Sphingosin-1-Phosphat (S1P)-Rezeptor-1 von Lymphozyten und hindert sie damit am Austritt aus den Lymphknoten. Fingolimod wird derzeit vom Unternehmen Novartis für die orale MS-Therapie entwickelt.

Wie Professor Ludwig Kappos aus Basel auf einer Veranstaltung des Unternehmens berichtet hat, kehren etwa zwei Drittel der zirkulierenden T-Zellen in die Lymphknoten zurück. Dort erfüllen sie auch Antigen präsentierende Aufgaben. Werden aktivierte T-Zellen an ihrer weiteren Zirkulation gehindert, können sie auch nicht mehr ihre destruktiven Wirkungen entfalten. Fingolimod hindert reversibel etwa 70 Prozent der Lymphozyten an ihrer Zirkulation.

Fingolimod verbessert Funktion der Blut-Hirn-Schranke

Da Fingolimod aufgrund seiner lipophilen Eigenschaften in der Lage ist, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, kommen darüber hinaus noch zusätzliche Wirkungen in Betracht. Nach Angaben von Professor Howard L. Weiner aus Boston in den USA scheint der S1P-Rezeptor bei verschiedenen Zellen des ZNS von Bedeutung zu sein. So fördere die Bindung von Fingolimod an Rezeptoren von Astrozyten in experimentellen Untersuchungen deren Stützfunktion und bessere damit die Blut-Hirn-Schranke. Ferner ließ sich das Überleben von Oligodendrozyten verbessern, was Repair-Mechanismen bei geschädigten Myelinstrukturen fördern sollte.

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