Diabetes mellitus

Neue Therapie-Option bei diabetischer Polyneuropathie

ASCHAFFENBURG (cin). Kribbelnder, brennender, stechender Schmerz in den Beinen - für viele Diabetiker wird Alltagsarbeit unmöglich und die Nacht zur Qual. Patienten mit schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie (DPNP) kann mit einem selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer eine effektive Therapie angeboten werden.

Veröffentlicht: 28.07.2006, 08:00 Uhr

Das haben die Diabetologen Dr. Gerhard Klausmann und Dr. Michael Jecht bei einer Veranstaltung von Boehringer-Ingelheim und Lilly berichtet. "Patienten mit DPNP haben oft einen sehr hohen Leidensdruck", sagte Jecht vom Diabeteszentrum Havelhöhe in Berlin.

Zwar gebe es etwa mit Antidepressiva, Antikonvulsiva und Opioiden Therapie-Optionen, doch etliche Patienten litten trotzdem unter den Symptomen der DPNP. Die Betroffenen können zum Teil nicht mehr alltägliche Arbeiten erledigen. Mit Duloxetin stehe eine weitere Alternative zur Verfügung, die relativ wenig unerwünschte Wirkungen habe, so Jecht.

Der Nutzen des Präparates (von den Unternehmen als Cymbalta® angeboten) ist durch die Ergebnisse zweier zwölfwöchiger, placebokontrollierter Studien belegt worden. Die Therapie mit 60 mg Duloxetin ergab eine signifikante Schmerzreduktion bei Patienten mit DPNP im Vergleich zur Placebo-Therapie. So wurden in einer der Studien 348 Patienten, die seit mehr als sechs Monaten täglich DPNP-Schmerzen hatten, entweder mit Placebo oder einmal oder zweimal täglich mit 60 mg Duloxetin behandelt.

Die 24-Stunden-Schmerzintensität der Teilnehmer wurde mit einer Schmerz-Skala gemessen ( Werte von null bis zehn, zehn Punkte bedeuten stärkste Schmerzen). Zu Studienbeginn lag die 24-Stunden-Schmerzintensität aller Patienten im Schnitt bei 5,6 Punkten. Nach zwölf Wochen verringerte sich der mittlere 24-Stunden-Schmerz-Wert bei Patienten, die Duloxetin einnahmen, um 2,5 Punkte, bei jenen mit Placebo- Einnahme um 1,6 Punkte.

"Übelkeit, Schlaflosigkeit, Schwindel und Müdigkeit sind Symptome, die Patienten häufig zu Beginn der Therapie angeben", sagte Jecht. Diese verschwinden meist nach der ersten Woche. "Hier ist man als Arzt gefordert, die Patienten zum Durchhalten zu motivieren. Bei Übelkeit helfen häufig Antiemetika."

Nach Angaben von Klausmann, lassen sich mit zunächst zweimal täglich 30 mg Duloxetin unerwünschte Wirkungen reduzieren. "Verträgt der Patient das Präparat gut, kann die Dosis auf 60 mg gesteigert werden."

Mehr zum Thema

Zollstatistik

Globaler Handel mit gefälschten Pharmazeutika boomt

Ernährung

Sechs Mythen über Milch

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
S1-Leitlinie zu COVID-19 aktualisiert

DEGAM

S1-Leitlinie zu COVID-19 aktualisiert

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden