Neuer Stent mit Antikörpern in ersten Pilotstudien geprüft

KÖLN (grue). Ein mit Antikörpern beschichteter Koronarstent soll das Risiko für späte Stentthrombosen verringern. Die Beschichtung lockt endotheliale Progenitorzellen an, die für eine schnelle Einheilung des Stents sorgen.

Veröffentlicht:

Mit konventionellen Stents dauert es zwar auch nur vier Wochen, bis die Metallstreben von Endothel überzogen sind, aber das Risiko für Stenosen im Stent-Bereich ist relativ hoch. Eine Alternative sind Stents, die mit Zytostatika beschichtet sind und die Proliferation von Gefäßmuskelzellen hemmen.

"Damit bleiben die Gefäße offen und es sind weniger Revaskularisierungen nötig, allerdings verhindert die Beschichtung auch die zügige endotheliale Einheilung dieser Stents", sagte Professor Sigmund Silber aus München. "Die Achillesferse der medikamenten-freisetzenden Stents ist das Risiko der späten Stentthrombose", sagte der Kardiologe bei einer vom Unternehmen Actavis organisierten Veranstaltung in Köln. Um es zu verringern, brauchen Patienten außer ASS noch sechs oder besser zwölf Monate Clopidogrel.

Darauf kann vermutlich verzichtet werden, wenn Patienten mit dem sogenannten HEALING-Stent versorgt werden. "Das ist ein Stent, der rasch einheilt und trotzdem wenig Re-Stenosen verursacht", berichtete Silber. Der neuartige Stent hat auf seiner Oberfläche Antikörper gegen CD34, das zirkulierende endotheliale Progenitorzellen (EPC) aus dem Blut anlockt.

Die aktive EPC-Anreicherung führt zu einer raschen Endothelisierung und verringert dadurch das Risiko für späte Stentthrombosen. "Vermutlich bremst das Endothel auch die Fremdkörperreaktion und somit die Entwicklung einer In-Stent-Restenose", sagte Silber.

In zwei Pilotstudien mit dem neuen Stent hing die Revaskularisations-Rate aber von der Menge der EPC im Blut ab. Die Produktion der Zellen kann durch Training oder durch Statine und Nitrate angekurbelt werden. Von den Nitraten ist PETN (Pentaerythrityltetranitrat, Pentalong®) nach Angaben von Silber das einzige, das außer der Menge auch die Funktion der EPC positiv beeinflußt. "Bei normalen und hohen EPC-Spiegeln sind mit dem Stent gute Ergebnisse zu erwarten" sagte Silber. So gab es bei 25 Patienten sechs Monate nach der Implantation keine binären Restenosen oder späte Stentthrombosen.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Systematisches Review mit Metaanalyse

Psychische Probleme wohl mit akutem Koronarsyndrom assoziiert

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Frau streckt ihre Zunge heraus, man sieht ihre Zähne oben.

© vladimirfloyd / stock.adobe.com

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann