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Neuer Test spürt schlafende Tumorzellen auf

HAMBURG (nie). Wissenschaftler am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) haben eine Methode entwickelt, wie so genannte disseminierte (schlafende) Tumorzellen im Knochenmark aufgespürt werden können. Diese Mikrometastasen werden für Rückfälle trotz erfolgreicher Krebstherapie verantwortlich gemacht. Mit dem neuen Verfahren können nun schon einzelne dieser Zellen zwischen einer Million normaler Knochenmarkzellen entdeckt werden, sagt Professor Klaus Pantel, Direktor am Institut für Tumorbiologie des UKE.

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Für den Test entnehmen die Wissenschaftler Knochenmarkzellen aus dem Beckenkamm und färben sie mit einem Antikörper an. Als Karzinommarker verwenden sie Cytokeratine (CK), da zwischen der Tumoraktivität und dem Konzentrationsanstieg der Cytokeratine im Serum eine Korrelation besteht. Die Erhöhung dieser Werte wird deutlich früher bemerkt als klinische Symptome eines Rezidivs.

"Wir nutzen für den Test einen Pan-Cytokeratin-Antikörper, der gegen mehrere CK-Proteine gerichtet ist, inklusive CK8, CK18 und CK19", sagte Pantel zur "Ärzte Zeitung". Der Forscher hat von 1989 bis 1998 die Arbeitsgruppe Mikrometasen am Institut für Immunologie der Universität München des inzwischen emeritierten Professor Gert Riethmüller geleitet und sich auch auf diesem Gebiet bei ihm habilitiert.

Der neue Test, den das UKE-Institut für Tumorbiologie in einer fünfjährigen Forschungsarbeit dann entwickelte, hat sich bereits in einer internationalen Studie bewährt. Die Forscher untersuchten 4703 Frauen mit Brustkrebs auf dissiminierte Tumorzellen, im Mittel über einen Zeitraum von fünf Jahren. Bei einem Drittel der Frauen wurden sie fündig. Dieser Nachweis war mit einer ungünstigen Prognose dieser Patientinnen verbunden. Ihre Sterberate war doppelt so groß wie die der Frauen ohne Tumorzellen im Knochenmark.

Der Test könne die Diagnose nicht nur bei Patientinnen mit Brustkrebs, sondern mit Tumorerkrankungen sämtlicher inneren Organe deutlich verbessern, betont Pantel. Ob sich die "Starter"-Krebszellen bei den Tumorarten unterscheiden, wissen die Forscher am UKE zwar nicht, halten es aber für wahrscheinlich. "Andererseits suchen wir auch nach gemeinsamen Merkmalen, die natürlich für Tumortyp-übergreifende Therapieansätze von großem Interesse sind", sagte Pantel.

Werden Tumorpatienten bereits im Zuge einer Operation getestet, könnten die Ergebnisse in die Gesamtanalyse des individuellen Risikoprofils - Tumorgröße, Krankheitsgeschichte, erbliche Vorbelastung - einfließen und so den weiteren Therapieverlauf mitentscheiden.

"Unser langfristiges Ziel ist aber, den Patienten mit hohem Rückfallrisiko eine Therapie anbieten zu können", betont Pantel. So wird derzeit in einem EU-Projekt unter Pantels Leitung der Antikörper Trastuzumab daraufhin getestet, ob er einen Krebsrückfall verhindern kann. Statistisch wäre eine vorbeugende Behandlung für jeden fünften Krebspatienten sinnvoll. Mit der ersten Therapie rechnet Pantel in fünf Jahren.

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