Hepatitis A/B/C...

Neues Virustatikum verbessert Hepatitis-B-Therapie

WIEN (mop). Telbivudin beeinflußt bei Patienten mit kompensierter chronischer Hepatitis B alle virologischen Marker signifikant stärker als Lamivudin, und zwar sowohl bei HBeAg-positiven als auch bei HBeAg-negativen Patienten. Das zeigen die Einjahres-Ergebnisse der bislang größten Zulassungsstudie bei Hepatitis B.

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In der zweijährigen GLOBE-Studie (Global Leadership & Organizational Behaviour Effectiveness) wurde das Virustatikum Telbivudin mit Lamivudin bei 1367 Patienten verglichen.

Die Einjahres-Ergebnisse hat Professor Thierry Poynard vom Hôpital Pitié-Salpêtrière aus Paris vorgestellt. Von den Patienten waren 921 HBeAg-positiv und 446 HBeAg-negativ. Letztere sind meist älter - Spontanremissionen sind bei ihnen seltener und die Entwicklung einer Leberzirrhose ist wahrscheinlicher als bei HBeAg-positiven Patienten, hieß es in Wien bei einer Veranstaltung von Novartis bei der Jahrestagung der European Association for the Study of the Liver.

Das Nukleosid-Analogon Telbivudin senkte in der Studie die HBV-DNA bei signifikant mehr Patienten unter die Nachweisgrenze der Polymerase-Ketten-Reaktion als Lamivudin - bei 60 versus 40 Prozent bei HBeAg-positiven Patienten und bei 88 versus 71 Prozent bei HBeAg-negativen Patienten. Bei chronischer Hepatitis B ist das primäre Behandlungsziel die Reduktion der HBV-DNA-Virenkonzentration, weil diese als Hauptdeterminante für die Krankheitsprogression gilt.

Die virale Suppression zu einem frühen Zeitpunkt war außerdem prädiktiv für das weitere Ansprechen der Patienten auf die Therapie. Von den mit Telbivudin behandelten HBeAg-positiven Patienten, bei denen sich nach 24 Wochen keine Viren mehr nachweisen ließen, war dies bei 95 Prozent auch noch nach einem Jahr der Fall, aber nur bei 84 Prozent in der Lamivudin-Gruppe. Bei den HBeAg-negativen Patienten waren es 96 und 90 Prozent.

Der Anteil der Patienten ohne Virusnachweis nach 52 Wochen nahm mit steigender Virusmenge nach 24 Wochen ab. So war nur noch bei acht Prozent der Telbivudin-Patienten, nach 52 Wochen keine HBV-DNA nachzuweisen, wenn die Viruskonzentration nach 24 Wochen über 10 000 Kopien/ml lag. Und bei nur noch drei Prozent der mit Lamivudin Behandelten waren keine Viren nachzuweisen. Bei den HBeAg-negativen Patienten betrugen diese Werte 20 und fünf Prozent.

Bei den mit Lamivudin behandelten Patienten (HBeAg-positiv und -negativ) kam es dreimal häufiger zu einem virologischen Durchbruch, HBV-Resistenzen und zu Therapieversagen als mit Telbivudin, berichtete Poynard. Die Verträglichkeit beider Nukleosid-Analoga war ähnlich gut. Die Zulassung für Telbivudin bei chronischer Hepatitis B ist in Europa eingereicht.

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