Niedergelassene sollen in klinische Krebszentren eingebunden werden

Veröffentlicht:

BERLIN (gvg). Zur Eröffnung des 28. Deutschen Krebskongresses haben Deutsche Krebshilfe und Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) ihre Vorstellungen zur onkologischen Versorgung präzisiert. Etwa 100 übergeordnete Krebszentren sollen künftig die derzeit im Aufbau befindlichen Organzentren vernetzen.

Der Präsident der DKG, Professor Michael Bamberg, wertete die bisherige Zentrenbildung in der Onkologie als großen Erfolg. Bisher gebe es in Deutschland 163 zertifizierte Brustkrebszentren und 40 Darmkrebszentren. Zur Eröffnung des Krebskongresses wurden gestern außerdem die ersten zwölf Prostatakrebszentren feierlich zertifiziert.

Gleichzeitig kündigte die Deutsche Krebshilfe an, weitere fünf so genannte Spitzenzentren (Comprehensive Cancer Centers) zu fördern. Hier ist vor allem Forschung zu innovativen Therapien angesiedelt.

Was bisher noch fehlt, ist die "mittlere Ebene" für übergreifende Aspekte der Tumorversorgung. "Dabei geht es um die psychologische Betreuung, um Tumorregister und um Schmerz- und Palliativmedizin", so Bamberg. Auch das soll nach dem Willen von DKG und Deutscher Krebshilfe künftig flächendeckend qualitätsgesichert organisiert werden, und zwar in den "Klinischen Krebszentren".

"Die genaue Zahl steht noch nicht fest, aber wir werden wohl etwa 100 solcher Zentren benötigen, damit jeder Patient nicht mehr als etwa eine Stunde unterwegs ist. Was wir nicht wollen, sind über 500 verschiedene Tumorzentren, wie das im Moment der Fall ist", sagte Dr. Gerd Nettekoven, der Hauptgeschäftsführer der Krebshilfe.

Ziel müsse es sein, auf dieser Ebene möglichst viele niedergelassene Ärzte einzubinden. Die Deutsche Krebshilfe möchte die Anbindung niedergelassener Ärzte sogar ganz gezielt fördern. Grundsätzlich seien aber Krankenkassen und Politik in der Pflicht, so Nettekoven. Erste Gespräche über die Etablierung der Klinischen Tumorzentren mit der Politik sollen in den nächsten Wochen stattfinden. Schon Ende des Jahres könnten dann erste Zentren eröffnet werden.

Weitere Berichte vom Deutschen Krebskongress finden Sie hier »

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Gehäufte Infektionen in Südengland

Meningitis B: Das sind Warnzeichen – das ist zu tun

Lesetipps
Eine Ärztin zieht eine Impfung auf, eine ältere Frau sieht sich die Spritze an.

© Angelov / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

Vergleich der Kreise

Wo sich besonders wenige Senioren gegen Pneumokokken impfen lassen