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Op bei asymptomatischer Carotis-Stenose?

BERLIN (gvg). Sollten Patienten mit asymptomatischer Carotis-Stenose operiert werden? Trotz Studien, die dieses Vorgehen nahelegen, raten viele Neurologen derzeit eher davon ab.

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Die Unsicherheit bei dieser Frage ist auf zwei große, randomisierte Studien aus den 90er Jahren aus den USA und Großbritannien mit insgesamt fast 5000 Teilnehmern zurückzuführen. Die Probanden wiesen jeweils mindestens 60prozentige Engstellen der Arteria carotis interna auf, ohne dadurch Beschwerden zu haben.

    Patienten mit ulzerierten Plaques sollten operiert werden.
   

Bei konservativer Behandlung errechnet sich aus den gepoolten Daten beider Studien ein Fünf-Jahres-Risiko für ein zerebrovaskuläres Ereignis oder einen Todesfall von 11,5 Prozent, sagt Privatdozent Dr. Darius Nabavi von der Uni Münster. Wurde operiert, lag das Risiko nur bei sechs Prozent, wie Nabavi auf dem Deutschen Ärztekongreß in Berlin sagte.

Trotzdem rät der Neurologe seinen Patienten von einer Operation in neun von zehn Fällen ab. Zum einen ist wegen der insgesamt geringen Häufigkeit von Ereignissen in dieser Patientengruppe der absolute Nutzen einer Operation gering: Um einen Schlaganfall zu verhindern, müssen 90 Patienten operiert werden.

Zum anderen gelten die guten Ergebnisse nur bei einer Komplikationsrate der Operation von maximal drei Prozent. "Bereits bei einer Komplikationsrate von vier Prozent ist der Nutzen aufgehoben", so Nabavi. In der Breite seien aber eher Komplikationsraten von fünf bis sechs Prozent realistisch.

Stärker als der Durchschnitt profitieren Patienten von einer Operation, bei denen die Stenose innerhalb eines halben Jahres um mindestens zehn Prozent zunimmt. Auch Patienten mit ausgeprägtem vaskulärem Risikoprofil und inhomogenen, ulzerierten Plaques seien Kandidaten für eine Operation. "Alle anderen sollten wir über die Studienlage aufklären und dann versuchen, sie von einer Operation abzubringen", so Nabavi.

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