Schmerzen

Opioid-Lutscher wirkt schnell bei Durchbruchschmerzen

MÜNCHEN (eim). Tumorpatienten mit chronischen Schmerzen und einer Opioid-Dauertherapie leiden dennoch häufig unter Durchbruchschmerzen. Ein schnell wirkender Fentanyl-Lutscher hilft, die Schmerzattacken in den Griff zu bekommen.

Veröffentlicht:

Die schmerzstillende Wirkung des Fentanyl-Sticks (Actiq®) setzt schon nach fünf Minuten ein und hält etwa zwei Stunden an. Gerade bei den plötzlich einsetzenden Schmerzattacken brauchen die Patienten ein Analgetikum, das sofort wirkt, denn jede Minute der Schmerzlücke ist eine Qual, sagte Dr. Thomas Nolte vom Schmerz- und Palliativzentrum in Wiesbaden.

Die Patienten schätzen besonders die einfache Art der Anwendung. Denn es ist so, als wenn sie an einem Lutscher lecken, den sie an der Wangenschleimhaut reiben, sagte Nolte bei einem Fachpresse-Workshop in München, der vom Unternehmen Cephalon unterstützt worden ist. Beim Lutschen des Sticks wird das Opioid lipophil freigesetzt und kann leicht die Zellmembran passieren. Der Wirkstoff wird über die Schleimhaut resorbiert, was zu der verkürzten Anlaufzeit der Bedarfsmedikation führt.

Trotz aller Fortschritte ist immer noch mehr als jeder zweite der Patienten mit Tumorschmerzen schmerztherapeutisch und palliativmedizinisch unterversorgt. 80 Prozent der Patienten quälen neben den Dauerschmerzen zusätzlich noch Durchbruchschmerzen. Die Schmerzattacke entsteht völlig unerwartet und dauert im Mittel etwa 30 Minuten.

Die Schmerztherapie von Tumorpatienten besteht aus einer wirksamen Basismedikation, in der Regel aus einem Opioid der Stufe III in retardierter Form. Dieses retardierte Medikament wird dann bei Bedarf durch ein wirkstoffgleiches oder ähnliches Opioid in kurzwirkender Galenik ergänzt.

Der Fentanyl-Stick wirkt schneller als andere Opioide mit kurzwirksamer Galenik, denn bis diese greifen, dauert es bis zu zwanzig Minuten. Und andere Präparate wirkten noch, wenn bereits keine Schmerzen mehr vorhanden sind, so Nolte. Die Vorteile des Therapiesystems mit dem Lutscher seien ein schneller Anstieg der Plasmakonzentration, eine hohe Eliminierungsrate mit kurzer Wirkdauer und eine gute Verträglichkeit, so Nolte.

Weitere Infos zur Schmerztherapie: www.dgss.org; www.stk-ev.de

Mehr zum Thema

Fortbildung

Schmerz- und Palliativtag 2022 findet online statt

Langzeitfolgen von COVID-19

S1-Leitlinie zu Post-/Long-COVID veröffentlicht

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Schutz vor dem Coronavirus: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erhöht den Druck auf Ungeimpfte.

© Michele Tantussi/Reuters/Pool/dpa

Gesundheitsministerium

Ungeimpften drohen erhebliche Corona-Einschränkungen

Übergangen in der Prioliste? Medizinstudierende beklagen, dass sie oft von Kliniken nicht einmal die notwendige Bescheinigung des Arbeitgebers als Berechtigte einer der Corona-Impf-Priogruppen erhalten hätten.

© Jens Krick / Flashpic / picture

Arbeit ohne Impfschutz

Medizinstudierende fühlen sich bei Corona-Impfung abgehängt

Orale Kontrazeption: Reine Gestagen-Präparate gefährden Frauen mit einem kongenitalen Long-QT-Syndrom, wenn diese keine begleitende Betablockertherapie erhalten.

© Africa Studio / stock.adobe.com

Orale Kontrazeption

Frauen mit Long-QT: Vorsicht mit reinen Gestagen-Pillen!