Optimale Darmkrebs-Therapie in zertifizierten Zentren

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Es gibt Belege dafür, dass Darmkrebs-Patienten in Zentren besser versorgt werden als andernorts.

LUDWIGSHAFEN (bd). Nur etwa jeder vierte Darmkrebspatient wird in einem zertifizierten Darmkrebszentrum behandelt.

Das sagte Professor Stefan Benz aus Nagold, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher DKG-zertifizierter Darmkrebszentren (ADDZ) kürzlich bei einer Veranstaltung der Stiftung Lebensblicke in Ludwigshafen.

Patienten in zertifizierten Zentren würden häufiger nach den neuesten wissenschaftlichen Standards behandelt als außerhalb. Dies habe eine erste Analyse der Behandlungsergebnisse von Darmkrebspatienten, die von klinischen Krebsregistern vorgenommen wurde, gezeigt.

Danach erhielten eine in den Leitlinien empfohlene adjuvante Chemotherapie in den Zentren fast drei Viertel der Darmkrebspatienten im Vergleich zu 61 Prozent in nicht zertifizierten Zentren.

223 zertifizierte Darmkrebszentren in Deutschland

Große Unterschiede zeigten sich auch bei einem der wichtigsten Parameter für den Behandlungserfolg: der kompletten Tumorentfernung. Diese wurde in zertifizierten Kliniken zu 94 Prozent dokumentiert, außerhalb war dies nur in 80 Prozent der Fall.

Damit sei zwar noch nicht bewiesen, dass Patienten, die in einem zertifizierten Zentrum behandelt würden, eine bessere Heilungsrate und ein längeres Überleben aufwiesen, so Benz. Doch könne davon ausgegangen werden, dass sie dort häufiger nach derzeitigem Wissensstand optimal behandelt würden.

Benz zufolge gibt es in Deutschland 223 zertifizierte Darmkrebszentren. Außer der Berücksichtigung psychosozialer Faktoren sind in den Zertifizierungsvorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft die Verpflichtung zur Therapie nach neuesten wissenschaftlichen Standards und interdisziplinärer Zusammenarbeit enthalten.

Zuweisende Ärzte sollten Benz zufolge stärker dafür sensibilisiert werden, ihre Patienten in ein solches Zentrum zu überweisen.

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