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Osteoporose-Kranke sind unterversorgt

BERLIN (ner). Nur jeder fünfte Osteoporose-Patient über 50 wird in Deutschland optimal behandelt. Professor Andreas A. Kurth aus Frankfurt am Main wies besonders darauf hin, daß die Zahl der optimal Behandelten mit steigendem Lebensalter abnehme.

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Kurth zitierte beim Deutschen Kongreß für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin die kürzlich publizierte Versorgungsstudie BoneEVA. Danach gibt es in Deutschland 7,8 Millionen Osteoporose-Kranke im Alter von über 50 Jahren. 6,5 Millionen von ihnen sind Frauen und 1,3 Millionen Männer. Jedoch ergäben die Studiendaten einer Krankenkasse, daß davon insgesamt nur 22 Prozent mit den bei Osteoporose indizierten Medikamenten behandelt werden.

Obwohl die Osteoporose-Prävalenz mit dem Alter zunehme und das Frakturrisiko steige, würden gerade alte Menschen selten behandelt, betonte der Orthopäde bei einem Satellitensymposium des Unternehmens Servier. So erhielten 31 Prozent der 50- bis 64jährigen Frauen eine Osteoporose-Medikation, bei den über 75jährigen seien es nur 19 Prozent. Bei den Männern erhalten in allen Altersgruppen ab 50 nur 12 bis 13 Prozent der Osteoporose-Kranken eine medikamentöse Therapie.

Dies sei unverständlich angesichts der hohen Behandlungskosten von 5,4 Milliarden Euro, die durch Osteoporose jährlich verursacht würden, meinte Kurth. Drei Viertel dieser Kosten entfielen auf die stationäre Behandlung und die Pflege. Nur 15 Prozent würden für Medikamente ausgegeben, wovon ein Großteil auf Analgetika entfällt, so ein Ergebnis der Studie.

Lediglich ein Drittel der Kosten ist durch Basistherapeutika wie Kalzium und Vitamin D und durch spezifische Medikamente wie Bisphosphonate verursacht.

Kurth forderte eine deutliche Verbesserung der Osteoporose-Therapie in Deutschland entsprechend der aktuellen DVO-Leitlinien, besonders auch für hochbetagte Menschen. Nach Angaben der BoneEVA-Autoren gibt es Belege dafür, daß die medikamentöse Therapie die Lebensqualität bei Osteporose verbessert und zu einer Kostenreduktion führt.

Weitere Infos zur Therapie bei Osteoporose gibt es im Internet in der DVO-Leitlinie unter www.lutherhaus.de/osteo/leitlinien-dvo/



STICHWORT

BoneEVA-Studie

Die BoneEVA Studie ist eine retrospektive Beobachtungsstudie auf Basis von Routinedaten einer gesetzlichen Krankenkasse und Abrechnungsdaten des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung zwischen 2000 und 2003. Untersucht wurden alle Versicherten, die mindestens 50 Jahre alt waren, eine Osteoporose-Diagnose oder eine Fraktur-Diagnose im Zusammenhang mit Osteoporose hatten oder eine Verordnung Osteoporose-typischer Arzneimittel erhielten. Nur 20 Prozent der insgesamt 7,8 Millionen Osteoporose-Patienten wurden mit einem bei Osteoporose indizierten Arzneimittel behandelt. Trotz steigender Erkrankungsprävalenz nahm die Behandlungsprävalenz mit zunehmendem Alter ab. (eb)

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