Patienten mit Lungenmetastasen hilft lokale Chemotherapie

FRANKFURT AM MAIN (run). Für Patienten mit Lungenmetastasen, die nicht operiert oder mit einer Lasertherapie behandelt werden können, ist möglicherweise die transpulmonale Chemoembolisation (TPCE) eine Alternative.

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Entwickelt wurde das neue Verfahren vom Team des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie unter Leitung von Professor Thomas Vogl an der Universität Frankfurt am Main.

"Die meisten Metastasen sitzen bekanntlich eher am Rand der Lunge und sind dort gut zugänglich, aber bei einigen Patienten siedeln sie sich an kritischen Stellen ab, etwa direkt am Lungenhilus, also dort, wo die Lungengefäße einmünden", erläutert Vogl im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Bei solchen Patienten werde seit etwa zwei Jahren die TPCE erprobt, bei der eine lokale Chemotherapie erfolgt. Die Substanzen werden mit Hilfe eines endovaskulären Ballonkatheters von der Leistenvene aus über den rechten Vorhof und die Herzkammer in die Pulmonalarterie eingebracht.

Das Chemoembolisat - bestehend aus dem Zytostatikum Mitomycin C ( 5 bis 10 mg), einer Mediatorsubstanz zur Verbesserung der Substanzaufnahme (Lipiodol) und einem abbauverzögernden Mittel aus Mikrospheren (Sperex) - kann so direkt in die tumorversorgenden Gefäße appliziert werden. Durch Aufblasen des Ballons an der Katheterspitze wird verhindert, daß die Substanzen in andere Arterien abfließen können.

Vorteil des Verfahrens ist nach Angaben von Vogl vor allem die geringe Belastung der Patienten. "Es reicht ein Sechstel bis ein Zehntel der sonst bei einer systemischen Chemotherapie notwendigen Zytostatikamenge. Außerdem genügt ein kurzer ambulanter Aufenthalt", so der Radiologe.

Vor kurzem wurden nun die Daten von 23 Patienten mit soliden Tumoren und Lungenmetastasen publiziert, die jeweils zwei bis viermal im Abstand von zwei bis vier Wochen eine TPCE erhalten haben (Radiology 234, 2005, 917). Die computertomographische Kontrolle alle drei Monate ergab, daß es bei 60 Prozent der Patienten zu einem Wachstumsstopp oder sogar zu einer Verkleinerung der Metastasen gekommen war.

Bei den sechs Patienten, bei denen es zu einer Regression kam, hatte das Geschwulstvolumen um im Mittel 57 Prozent abgenommen. Bei neun Patienten waren die Metastasen weiter gewachsen. Die Behandlung ist von allen Patienten gut vertragen worden.

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