Probiotika unterstützen Therapie bei Reizdarmsyndrom

NÜRNBERG (sto). Der Darm ist das größte Immunorgan der Menschen, so der Ernährungswissenschaftler und Mikrobiologe Dr. Matthias Ernst aus Leer. Seinen Angaben zufolge befinden sich etwa 80 Prozent aller Immunzellen im Darm.

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Mit einer Grenzfläche von mehr als 400 Quadratmetern zur Umwelt müsse das Immunsystem des Darms nicht nur sehr leistungsfähig sondern auch sehr differenziert sein, betonte Ernst.

Das mit dem Darm assoziierte Immunsystem müsse in der Lage sein, beim täglichen Ansturm von Antigenen zwischen schädlichen und nützlichen zu unterscheiden, erläuterte der Mikrobiologe bei einer Fortbildungsveranstaltung von Orthomol in Nürnberg. Von großer Bedeutung sei dabei die Darmflora, die die Fähigkeit habe, pathogene Keime zu verdrängen und durch die Bildung bakterizider Substanzen abzutöten.

Darüber hinaus sei die Darmflora aber auch ein wichtiger "Trainer des Immunsystems", erklärte Ernst. Sowohl das darmeigene wie auch das systemische Immunsystem, die beide auf das Engste miteinander vernetzt seien, profitierten von der regelmäßigen Aufnahme immunrelevanter Mikronährstoffe, erläuterte Ernst.

Zu einer Störung der Mikroflora des Darms komme es bei einer Antibiotikatherapie und regelmäßig bei einer Strahlen- oder Chemotherapie. Ziel einer Chemotherapie sei es, schnell wachsende Zellen zu zerstören, deshalb sei immer auch die Darmflora betroffen, erinnerte der Wissenschaftler.

Durch orale Probiotika könne die Zusammensetzung der Darmflora optimiert werden, berichtete Ernst. Probiotika seien in der Lage antiinflammatorische Zytokinmuster zu induzieren, die die gesamte systemische Immunantwort positiv modulieren und die sich günstig auf die Behandlung und die Prävention von immunologisch relevanten Störungen auswirken.

So ergab eine Verlaufsbeobachtung, an der 644 Patienten mit bekanntem Reizdarmsyndrom teilnahmen, die über zwei Monate mit Orthomol Immun pro® supplementiert wurden, in 60 Prozent der Fälle eine deutliche Linderung der Beschwerdesymptomatik. Die Auswertung der Patiententagebücher zeigte während der zweimonatigen Ernährungsergänzung eine kontinuierliche Linderung der Reizdarmsymptome Bauchschmerzen, Diarrhoe, Obstipation und Blähungen.

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