Direkt zum Inhaltsbereich

Prognose für untergewichtige Babys hat sich verbessert

Veröffentlicht:

ROSTOCK. Babys, die heute mit Untergewicht geboren werden, haben in ihrem späteren Leben weit weniger gesundheitliche Nachteile als noch vor wenigen Jahrzehnten. Die Unterschiede in den geistigen Fähigkeiten sind im Vergleich zu Babys mit Normalgewicht immer geringer geworden, hat eine Studie ergeben. Dies sei vermutlich auf die deutlich bessere medizinische Versorgung der Babys zurückzuführen, schreiben Forscher um Mikko Myrskylä vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock (PNAS 2017; 114: 84–88). Dazu gehörten bessere Medikamente, Beatmungsgeräte für Säuglinge oder die systematische Überwachung von Neugeborenen.

Das Team um Myrskylä bezog sich in seiner Untersuchung auf drei große Studien, für die in Großbritannien bei Zehn- bis Elfjährigen der Geburtsjahre zwischen 1958 und 2002 Daten erhoben wurden. In den Studien wurden mit Sprachtests die kognitiven Fähigkeiten von Kindern untersucht, die weniger als 2500 Gramm Geburtsgewicht hatten.

Die Auswertung ergab, dass die geistigen Fähigkeiten der Kinder mit geringem Geburtsgewicht im Alter von 11 Jahren geringer waren als bei den Kindern, die mit Normalgewicht zur Welt gekommen waren. Allerdings ist der Unterschied zwischen beiden Gruppen in den vergangenen Jahrzehnten immer kleiner geworden. 2001 war er weniger als halb so groß wie noch 1958 und 1970.

Gänzlich verschwunden seien die Nachteile eines geringen Geburtsgewichts aber nicht. Deshalb wäre es wichtig, die Untersuchungen auf spätere Lebensphasen auszudehnen, erklärte Myrskylä.

Die Leiterin des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) der Universitätsmedizin Rostock, Heike Haase, sieht die Ergebnisse in ihrer täglichen Praxis bestätigt. "Ganz entscheidend sind die umfassenden Fortschritte in der Versorgung von Frühgeborenen." Dazu gehöre auch die stärkere Einbindung der Eltern. Es sei jedoch wichtig, dabei die Vielschichtigkeit der kindlichen Entwicklung zu berücksichtigen. Je früher ein Kind in seiner Entwicklungsphase geschädigt ist, desto schwieriger sei die Therapie - dies sei dann nicht vom Geburtsgewicht abhängig. Das SPZ ist spezialisiert auf die Behandlung von Säuglingen, Klein- und Schulkindern bis 18 Jahren. (dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Akuter ischämischer Insult oder TIA

Schützt GLP-1-Rezeptoragonist vor frühen Schlaganfall-Rezidiven?

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

© William / Generated with AI / Stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Beispiele zum Durchklicken

Auffälliges EKG: Was steckt hinter diesen 13 Fällen?

Früherkennung von Geschlechtskrankheiten

Kein Screen & Treat bei mukosalen STI!

Schädel-Hirn-Traumata

Was Kopfbälle fürs Demenzrisiko bedeuten

Lesetipps
Ein Blick in die aktuelle Isolationsstudie SOLIS100, die in Zusammenarbeit mit der ESA durchgeführt wird. Sechs Personen sind für 100 Tage in einem Raum isoliert ohne Kontakt nach außen bis auf terminierte Mission-Controll-Telefonate und 30 Minuten Kontakt zu Freunden und Familie pro Woche über Telefon/Videoanruf.

© DLR

Raumfahrtmediziner im Porträt

Jens Jordan – ein Arzt für Weltall und Erde

Ein roter Stift vor einem Taschenrechner.

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Einsparungen beschlossen

Wegen Spargesetz: KV Berlin ändert Honorarverteilung und streicht Förderung