Krebs

Proteasom-Hemmer bei Plasmozytom bald zur Primärtherapie?

AMSTERDAM (urm). Bortezomib hat die therapeutischen Perspektiven bei Patienten mit Plasmozytom entscheidend verbessert. Bisher war der Hemmstoff zur Rezidivtherapie zugelassen. Künftig könnte er in Kombination mit der Standardtherapie Melphalan plus Prednison auch in der Primärtherapie zu höheren Ansprechraten führen.

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Die initial guten Therapie-Effekte von Bortezomib (Velcade®) halten bei Plasmozytom-Patienten mit einem Rezidiv an. Das belegen aktuelle Daten der APEX (Assessment of Proteasome Inhibition for Extending Remissions)-Studie, die Professor Martin Kropff aus Münster vorgestellt hat. Über 22 Monate wurden inzwischen Daten erhoben: Die Ansprechrate lag bei 43 Prozent.

Auf die Therapie mit Bortezomib sprechen offenbar auch Patienten über 75 Jahre und solche mit zusätzlichen Risikofaktoren - etwa erhöhtes 2-Mikroglobulin, zytogenetische Veränderungen, vermindertes Serumalbumin, Nichtansprechen auf andere Therapien - ähnlich gut an. Auch eine eingeschränkte Nierenfunktion, wie sie bei etwa jedem zweiten Plasmozytom-Patienten vorliegt, spreche nicht gegen die Behandlung, so Kropff.

In Kombination mit anderen Zytostatika läßt sich das Ansprechen auf Bortezomib nochmals verbessern, wie Studienergebnisse belegen. Zu den bei Rezidivpatienten besonders aussichtsreichen Kombinationen zählen die Kombination von Bortezomib mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin oder mit oraler Therapie mit Cyclophosphamid.

Als erfolgreich erweisen sich Kombinationen mit Bortezomib auch in der Primärtherapie nach der Diagnose eines Plasmozytoms. Das ergaben Daten, die bei einem von Janssen-Cilag veranstalteten Satellitensymposium beim Kongreß der European Hematology Association in Amsterdam präsentiert wurden.

In einer von Professor Jesus San Miguel aus Salamanca in Spanien vorgestellten Phase-I/II-Studie ließen sich die Ansprechraten von neudiagnostizierten Patienten mit Muliplem Myelom entscheidend verbessern, bei denen die bisherige Standardtherapie mit Melphalan und Prednison um den Proteasom-Hemmer Bortezomib erweitert wurde.

Bereits nach einem derartigen Therapiezyklus lag die Ansprechrate bei diesen Patienten mit 70 Prozent erheblich über der Ansprechrate, die nach sechs Zyklen der bisherigen Standardtherapie erreicht wurde. Dort waren es 42 Prozent.

Bortezomib ist 2005 mit dem von der "Ärzte Zeitung" gestifteten Galenus-von-Pergamon-Preis für ein innovatives Arzneimittel ausgezeichnet worden.

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