Reflux ist kein Argument gegen H.- pylori-Therapie

CELLE / MAGDEBURG (mal). Kann die Eradikation von H. pylori Reflux auslösen oder schon vorhandenen Reflux verstärken? Über diese Frage wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Eine deutsche Langzeitstudie bestätigt jetzt, daß Reflux-Beschwerden kein Argument gegen eine Eradikationstherapie sind.

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In die Langzeitstudie haben Kollegen vom Allgemeinen Krankenhaus in Celle und von der Universität in Magdeburg 75 Patienten aufgenommen, die ein peptisches Ulkus, eine Refluxkrankheit oder eine funktionelle Dyspepsie hatten und zudem eine Infektion mit Helicobacter pylori. Bei allen wurde der Keim durch eine Eradikationstherapie entfernt. Zum Studienbeginn sowie zuletzt zwei bis drei Jahre nach der Behandlung wurden die Reflux-Beschwerden dokumentiert.

Die Auswertung ergab, daß nach erfolgreicher Eradikationstherapie mindestens ebenso oft mit einer Abnahme (n = 20) wie mit einer Zunahme (n = 7) von Reflux-Symptomen (Neuauftreten oder Verstärkung von Symptomen) zu rechnen ist (Dtsch Med Wochenschr 129, 2004, 671).

Zwar gebe es besonders bei den Ulkus-Patienten relativ viele, bei denen sich die Reflux-Symptome verringerten, und bei Patienten mit funktioneller Dyspepsie relativ viele mit einer Zunahme der Beschwerden. Klinische Kriterien zur Vorhersage des Verlaufs der Symptomatik ließen sich aber nicht definieren.

Initiale Reflux-Beschwerden oder eine Refluxösophagitis beeinflußten den Verlauf der Symptomatik nicht signifikant; sie waren kein Prädiktor für eine Verstärkung der Reflux-Symptome nach Eradikationstherapie.

Treten nach Eradikationstherapie Reflux-Symptome auf, sei eine angepaßte Säuresuppression zusätzlich zu Allgemeinmaßnahmen eine adäquate Behandlung, so die Kollegen. Nach bisherigen Studien hätten Patienten, bei denen nach einer Eradikationstherapie eine Reflux-Krankheit auftritt, allenfalls Läsionen, die noch nicht ringförmig die gesamte Zirkumferenz des Ösophagus umschließen. Eine erneute Endoskopie sei so meist nicht nötig.

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