Studie soll klären

Reicht dreiwöchige Bestrahlung bei Brustkrebs?

Genügt bei Brustkrebs eine nur dreiwöchige Strahlentherapie? Das wird jetzt in einer großen Studie geprüft.

Veröffentlicht:

STUTTGART. Die Strahlentherapie ist fester Bestandteil der Brustkrebsbehandlung. Neue Techniken ermöglichen es jetzt, die Zahl der Bestrahlungen zu verringern und auf etwa drei Wochen zu verkürzen.

In Lübeck und Kiel startet dazu die Strahlentherapiestudie HYPOSIB, meldet die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). Die DEGRO erwartet, dass die neue Therapieform genauso wirksam ist wie die bisherige.

Die Vorteile für die Patientinnen könnten vor allem darin bestehen, dass sie sich schneller erholten und besser in den Alltag zurückfänden.

Eine Verkürzung der Strahlentherapie auf etwa drei Wochen und 16 Sitzungen ist möglich, wenn die Hypofraktionierung (erhöhte Einzeldosis in weniger Sitzungen), die bereits eine Verkürzung der Radiatio von sechs bis sieben Wochen auf viereinhalb Wochen ermöglicht, mit einem simultan integrierten Boost (SIB) kombiniert wird.

"Die zusätzliche Bestrahlung des Operationsgebietes, die bisher erst nach der Strahlentherapie der ganzen Brust erfolgte, wird bereits auf die einzelnen Termine bei der Strahlenbehandlung der ganzen Brust verteilt", wird Professor Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, in der Mitteilung zitiert.

Dieses Kombinationsverfahren soll nun in einer groß angelegten Studie unter Leitung von Dunst geprüft werden. An der klinischen Studie mit dem Name HYPOSIB sind neben der Lübecker und Kieler Klinik für Strahlentherapie, die Klinik für Frauenheilkunde, das Institut für Medizinische Biometrie und Statistik und das Zentrum für Klinische Studien der Universität Lübeck beteiligt.

Zusammen mit rund 80 Partnerkrankenhäusern werden die Experten von April 2015 an in den kommenden drei Jahren etwa 2000 Brustkrebspatientinnen behandeln.

Die Patientinnen erhalten entweder die bisherige Standardtherapie mit einer Behandlungsdauer von etwa fünf bis sechs Wochen, oder die verkürzte hypofraktionierten Bestrahlung mit integriertem Boost mit einer dreiwöchigen Behandlungsdauer. (eb)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Risikofaktoren in den Griff kriegen

Brustkrebs: Mehr als ein Viertel weltweiter Todesfälle vermeidbar

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Durvalumab im Real-World-Vergleich

© Springer Medizin Verlag

ED-SCLC

Durvalumab im Real-World-Vergleich

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

ARE-Wochenbericht

Aktuell immer weniger Influenza-Erkrankungen

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

Lesetipps
Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?