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Rezeptorblocker neue Hoffnungsträger bei Krebs

HANNOVER (grue). Target-Therapien greifen in molekulare Abläufe bei der Krebsentstehung ein und sind die neuen Hoffnungsträger für Patienten mit soliden Tumoren. Womöglich sind sie auch eine Option beim fortgeschrittenen primären Leberzell-Karzinom (HCC).

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Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 6000 Menschen an Leberkrebs. Damit hat sich die Prävalenz dieses ehemals seltenen Tumors in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Bei sieben von zehn Patienten ist die Krankheit zum Zeitpunkt der Diagnose bereits so weit fortgeschritten, daß eine Resektion oder Ablation des Tumors nicht mehr möglich ist. Die verbleibende Lebenszeit beträgt dann durchschnittlich drei bis sieben Monate. Eine Polychemotherapie ist - außer bei Patienten ohne Leberzirrhose - wenig effektiv.

Neue, auf molekularer Ebene wirkende Medikamente könnten nun endlich auch die Therapie bei HCC voranbringen, sagte Professor Hans Scherübl aus Berlin beim Gastroenterologie-Kongreß in Hannover. Solche Substanzen richten sich gegen mehrere Wachstumsfaktoren. "In bis zu 70 Prozent der Lebertumoren wird zum Beispiel der Angiogenese-stimulierende Faktor VEGF nachgewiesen", sagte Scherübl.

Zu den gezielt gegen die Rezeptoren von EGF (endothelial growth factor) oder VEGF (vascular endothelial growth factor) gerichteten Medikamenten gehören Bevacizumab (Avastin®), Erlotinib (Tarceva®) und Sorafenib (Nexavar®), die für die Behandlung bei einigen Tumorarten bereits zugelassen sind. "Diese Medikamente scheinen auch bei Leberkrebs zu wirken", so Scherübl. Bisher gibt es dazu aber erst Daten aus Pilotstudien mit wenigen Patienten.

Die Substanzen können das Tumorwachstum vorübergehend stoppen und verlängern die Lebenszeit auf neun bis 13 Monate, je nach Substanz. Mit dem Multikinase-Hemmer Sorafenib, der seit kurzem zur Therapie von Patienten mit Nierenkrebs zur Verfügung steht, ist bereits eine Phase-III-Studie zur Therapie bei Leberkrebs angelaufen. In die Studie werden 700 Patienten, 100 aus Deutschland, aufgenommen, die ein nicht-resezierbares HCC und eine noch relativ gute Leberfunktion haben.

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