Direkt zum Inhaltsbereich

Rheuma plus Hypothyreose schädigt Herz

AMSTERDAM (sir). Bei Frauen mit Rheumatoider Arthritis (RA) lohnt ein Blick auf die Schilddrüsenfunktion. Denn sie haben dreimal häufiger eine Hypothyreose als gesunde Frauen. Und: Ihr kardiovaskuläres Risiko ist vierfach erhöht.

Veröffentlicht:

Eine Studie aus den Niederlanden mit 358 RA-Patienten hat ergeben: Von den 263 Frauen mit RA hatten 16 zusätzlich eine klinisch manifeste Hypothyreose (Ann Rheum Dis 67, 2008, 229). Das entspricht einer Rate von 6,8 Prozent. Im Allgemeinen komme diese Schilddrüsenerkrankung nur bei 2,7 Prozent der niederländischen Frauen vor, so die Autoren.

Bei Frauen mit RA und Hypothyreose war zudem die Rate nachgewiesener kardiovaskulärer Ereignisse erhöht: Bei ihnen hatten 6 von 16 einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten, oder es wurde eine pAVK diagnostiziert. Das entspricht einer Rate von 38 Prozent. Bei schilddrüsengesunden RA-Patientinnen war die Rate 13 Prozent.

Die Forscher vermuten einen synergistischen Effekt beider Erkrankungen: Zum einen könne durch die RA aus einer subklinischen eine klinisch manifeste Hypothyreose werden. Zum anderen fördere die Hypothyreose systemische Entzündungsprozesse und sei mit einer Dysfunktion des Endothels verbunden. Das kann die Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen bei den ohnehin gefährdeten RA-Patienten beschleunigen. Der Rat der Kollegen aus dem Nachbarland: Frauen mit RA sollten auf Hypothyreose untersucht werden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Bildgebung

Axiale Spondyloarthritis: NSAR-Pause vor der MRT?

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Deutscher Rheumatologiekongress startet

Rheumatoide Arthritis: Eingreifen, bevor sie ausbricht!

Überblick

Zu unserer Themenseite Medizin

Lesetipps
Eine Tafel mit digitale Ziffern und in der Mitte steht "KI"

© 3dkombinat / stock.adobe.com

Interview zum Urologie-Kongress

Wie wird KI die Urologie verändern, DGU-Präsidentin Krege?

Roboter schreibt mit einem Stift

© Shafay / Stock.adobe.com

Diagnostik, Dokumentation und Co

KI in der Medizin: Diese Limitationen sollten Ärzte im Blick haben