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Risiko durch HRT plus Nikotin?

Eine Hormontherapie (HRT) in den Wechseljahren beeinflusst möglicherweise Lungenkrebs ungünstig.

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Bei Frauen, die eine Hormonersatztherapie erhalten und zusätzlich rauchen ist die Sterberate aufgrund eines Bronchialkarzinoms erhöht.

Bei Frauen, die eine Hormonersatztherapie erhalten und zusätzlich rauchen ist die Sterberate aufgrund eines Bronchialkarzinoms erhöht.

© Foto: bilderbox www.fotolia.de

ORLANDO. Auf welche Art eine Hormontherapie bei Frauen in den Wechseljahren das Wachstum von Tumoren beeinflusst, ist seit vielen Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Kontroversen, nicht nur in Bezug auf gynäkologische Tumoren, sondern auch auf Lungenkarzinome. Bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Orlando in Florida sind Auswertungen der Women‘s Health Initiative Study und der Nurses‘ Health Study (NHI) vorgestellt worden unter dem Aspekt, ob sich ein Einfluss der Hormone auf die Inzidenz und die Sterberate bei Patienten mit Lungenkarzinomen feststellen lässt.

Die WHI-Studie gibt nach Angaben von Professor Rowan Chlebowski aus Los Angeles Hinweise, dass bei Frauen, die rauchen oder geraucht haben, die Sterberate in Folge eines nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) durch eine Hormontherapie (HRT) zusätzlich erhöht wird.

Insgesamt 16 608 Frauen im Alter zwischen 50 und 79 Jahren ohne eine Diagnose gynäkologischer Tumoren waren in der WHI-Studie randomisiert worden, und zwar entweder in einen Placebo- oder einen Therapiearm, in dem sie eine Kombination eines konjugierten Östrogens mit einem Gestagen erhielten. Die durchschnittliche Therapiezeit betrug 5,6 Jahre. Die Beobachtungsdauer nach Therapieende betrug durchschnittlich 2,4 Jahre.

Sterberate bei Raucherinnen war signifikant erhöht.

Danach gab es in den beiden Gruppen zwar keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Inzidenz des NSCLC - sie betrug 0,14 Prozent im Therapiearm und 0,11 Prozent in der Placebogruppe. Doch die Sterberate bei Frauen mit einem NSCLC war im Studienarm mit HRT um 59 Prozent höher (HR 1,59) als in der Placebogruppe. Und dieser Unterschied war statistisch hoch signifikant.

"Verglichen mit lebenslangen Nichtraucherinnen oder früheren Raucherinnen in beiden Gruppen war die Lungenkrebs-Sterberate am höchsten in der Gruppe derjenigen, die aktuell rauchten und zusätzlich Hormone eingenommen hatten: Sie betrug 3,4 Prozent im Vergleich zu 2,3 Prozent in der Gruppe der Frauen, die rauchten, aber in der Placebogruppe waren", sagte Chlebowski. In den übrigen Studiengruppen betrug die Lungenkrebssterberate unter einem Prozent.

Dr. Christina S. Baik vom Tufts Medical Center in Boston in Massachusetts stellte die Daten zur Lungenkrebsinzidenz der NHI-Studie vor. 106 574 postmenopausale Frauen hatten daran teilgenommen. Es gab zwischen 1984 und 2004 insgesamt 1565 Neudiagnosen von Bronchialkarzinomen. Bei Nichtraucherinnen lag die Inzidenz bei 0,54 Prozent, bei aktuellen Raucherinnen betrug sie 1,44 Prozent.

Unter den Frauen, die länger als fünf Jahre Hormone genommen hatten, gab es einen Trend zu einer erhöhten Inzidenz für Bronchialkarzinome (1,2 Prozent) verglichen mit Frauen ohne Hormontherapie. Signifikant sei der Unterschied für die Subgruppe der Patientinnen mit Adenokarzinomen gewesen, sagte Baik. (nsi)

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