Risiko für Brustkrebs lässt sich immer besser abschätzen

KÖNIGSWINTER/BONN (nsi). Gen-analysen können helfen, bei Frauen das Erkrankungsrisiko für Brustkrebs abzuschätzen. In einer Untersuchung bei über 10 000 Frauen wurde jetzt das Krebsrisiko bei mehreren Gene genauer bestimmt.

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Kolorierte Röntgenaufnahme der Brust einer Frau mit Mammakarzinom.

Kolorierte Röntgenaufnahme der Brust einer Frau mit Mammakarzinom.

© Foto: Sanofi-Aventis

Ergebnisse der Untersuchung wurden auf einer Konferenz der Deutschen Krebshilfe in Königswinter vorgestellt. An der internationalen Studie nahmen knapp 10 400 Frauen mit Mutationen in den Genen BRCA1 und -2 teil. Daten von 1500 Frauen stammen von einer Kölner Studiengruppe um Professor Rita Schmutzler. Die Ergebnisse könnten künftig die Beratung von Frauen aus Familien mit erhöhtem erblichen Risiko beeinflussen, sagte Schmutzler. BRCA1 und -2 sind die wichtigsten Risikogene für Mamma- und Ovarialkarzinome.

Die DNA-Analysen der mehr als 10000 Frauen haben ergeben, dass es zusätzlich zu diesen Hauptrisikogenen solche mit moderaten, aber dennoch klinisch bedeutenden Effekten gibt. Zu den Genen mit moderater Wirkung auf die Krebsentstehung gehört FGFR2. BRCA2-Mutationsträgerinnen, die auch eine Variante in FGFR2 haben, tragen ein zusätzliches Risiko und erkranken im Durchschnitt früher. So hat zum Beispiel eine 50jährige Frau mit BRCA2-Mutation ein Mammakarzinom-Risiko von 16 Prozent. Ist sie zusätzlich heterozygote Trägerin einer FGFR2-Mutation, erhöht sich ihr Risiko auf 20 Prozent, ist sie homozygot für die Variante in FGFR2, beträgt ihr Risiko 26 Prozent. Der Effekt des moderaten Risikogens sei also erheblich und könne durchaus von Bedeutung sein bei der Entscheidung von Betroffenen für oder gegen eine präventive Operation, so die Forscherin. Die Studie, publiziert im American Journal of Human Genetics (2008, 82, 937) belegt außerdem, dass FGFR2 mit einem anderen moderaten Risikogen interagiert und ein Zusammenspiel dieser Genvarianten das Risiko weiter erhöht. Schmutzler rechnet damit, dass weitere moderate Risikogene identifiziert werden. Für die Genvarianten gelte es dann, Interaktionen oder additive Effekte zu berechnen. Künftig werde sich vermutlich mit einigen wenigen Genvarianten der wesentliche Teil des Risikos berechnen lassen. Die moderaten Risikogene bewirken vermutlich auch einen Großteil der sporadisch auftretenden Mammakarzinome.

Weitere Infos zu Brustkrebs: www.aerztezeitung.de

2900 Projekte gefördert

Die Deutsche Krebshilfe (DKH) hat bisher nach eigenen Angaben 2900 Projekte gefördert. Zu den Empfängern gehört das Deutsche Konsortium für erblichen Brust- und Eierstockkrebs, welches Daten von 1500 Frauen zu Brustkrebsrisikogenen erhoben hat. Insgesamt hat die DKH die Krebsforschung im Jahr 2007 mit 50 Millionen Euro unterstützt.

(nsi)

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