Direkt zum Inhaltsbereich

SPD will Gesetz für staatliche Heroinabgabe

BERLIN (dpa). Im Streit um die Heroinabgabe an schwer drogenabhängige Patienten drängt die SPD auf eine gesetzliche Grundlage. Die Union hatte sich hingegen am Wochenende lediglich zu dem Kompromiss durchgerungen, dass die bisher sieben Modellprojekte, innerhalb derer 300 Schwerstabhängige behandelt werden, fortgeführt werden können (die "Ärzte Zeitung" berichtete).

Veröffentlicht:

"Wenn man die laufenden Projekte fortsetzt, müssen sie umgehend auf eine rechtliche Grundlage gestellt werden", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Marion Caspers- Merk (SPD). Es reiche nicht aus, wie die Union es wolle, die laufenden Projekte über die Jahresmitte 2009 lediglich fortzusetzen. Caspers-Merk plädierte dafür, auch neue Patienten in die Projekte aufzunehmen. Geschehe dies nicht, "dann ist das der Tod des Projekts auf Raten". Schließlich habe der Modellversuch gezeigt, dass das Ergebnis positiv sei - politisch müssten daraus die Konsequenzen gezogen werden. Eine staatlich kontrollierte Heroinabgabe komme nur für eine sehr kleine Gruppe von einigen tausend Schwerstabhängigen in Frage. Auch der parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Olaf Scholz, forderte die Union auf, seine Gesetzesgrundlage zu schaffen. Scholz plädierte dafür, das synthetische Heroin Diamorphin als Medikament zuzulassen und es in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufzunehmen. Die anfallenden Kosten sollten sich Bund, Länder und Gemeinden teilen.

Der Streit war entstanden, weil die weitere Abgabe von Diamorphin an Süchtige nach dem Auslaufen der Sondergenehmigung Ende Juni unmöglich geworden wäre. Damit wären die in Hamburg, Hannover, Köln, Bonn, Frankfurt, Karlsruhe und München seit fünf Jahren laufenden Modellprojekte beendet. Die Kommunen plädieren für die Fortsetzung. Nach einer Studie des Hamburger Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung haben sich die Lebenssituation und der Gesundheitszustand der Patienten, die Diamorphin erhalten verbessert. Auch im Vergleich zu Methadon schneidet die Diamorphin-Vergabe besser ab.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Nikotinsucht

Rauchentwöhnung: Neue Materialien für Hausarztpraxen

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Update der S3-Leitlinie

Neue Empfehlung in der Sepsis-Therapie

Lesetipps
Apixaban, ein orales Antikoagulans zur Behandlung und Vorbeugung von Blutgerinnseln sowie zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern.

© Soni's / stock.adobe.com

Vergleich bei dreimonatiger Therapie-Zeit

Apixaban vs. Rivaroxaban: Welches DOAK hat das geringere Blutungsrisiko?