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Kommentar

Scheindiskussion um Homöopathie

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Es ist schon fast paradox: Da wollen Gesundheitsexperten der beiden großen Parteien wie Karl Lauterbach und Jens Spahn in seltenem Einklang nun am liebsten die Homöopathie aus den Wahltarifen der GKV werfen. Zugleich scheinen die beiden durchaus an gewisse homöopathische Prinzipien zu glauben, zumindest wenn es um ökonomische Aspekte geht.

Wie wäre es sonst zu verstehen, mit Einsparungen bei den 25 Millionen Euro pro Jahr für Homöopathika, Kassen zu sanieren, die pro Jahr das Tausendfache für andere Arzneien ausgeben? Mit homöopathischen Schritten bekommt man die GKV-Kosten kaum in den Griff. Die Diskussion ist auch absurd, weil Patienten für Wahltarife oft extra bezahlen und Kassen für Homöopathie ansonsten nur bei Minderjährigen und bei wenigen Indikationen aufkommen.

Unabhängig davon, ob man an die Wirksamkeit der Homöopathie glaubt oder nicht, sollte man sich eher überlegen, wo und wann das Verfahren helfen könnte, Kosten zu senken. Verlangt etwa ein Patient mit einer vermutlich viralen Erkältung unbedingt eine Arzneitherapie, könnte man diesen Wunsch statt mit einem hierbei nutzlosen Antibiotikum auch mit Globuli befriedigen - mit weniger Kosten und weniger Nebenwirkungen.

Lesen Sie dazu auch: Blitz-Umfrage: "Der politische Wille sagt nichts darüber aus, ob eine Therapieform sinnvoll ist oder nicht" Politiker und Ärzte streiten über Homöopathie

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