Direkt zum Inhaltsbereich

Schon die ersten Monate sind für Rheuma-Patienten entscheidend

WÖRNBRUNN (sto). Je früher eine Rheumatoide Arthritis (RA) diagnostiziert wird, um so größer sind die Chancen, mit einer Frühtherapie einen Funktionsverlust durch chronische Gelenkschäden in Grenzen zu halten. Daran hat der Rheumatologe Professor Gerd-Rüdiger Burmester von der Charité in Berlin erinnert.

Veröffentlicht:

Bei etwa der Hälfte der Patienten mit einer noch undifferenzierten Arthritis treten nach Burmesters Angaben im Laufe der nächsten fünf Jahre erhebliche Funktionseinschränkungen auf. Das gleiche gilt nach den Angaben des Rheumatologen für zwei von drei Patienten mit einer frühen Rheumatoiden Arthritis. Bereits in den frühen Phasen der Erkrankung komme es zu Erosionen.

Durch eine Behandlung der Patienten mit Basistherapeutika wie Le-flunomid, Methotrexat, Sulfasalazin oder Hydroxychloroquin bereits in den ersten sechs Monaten nach der Diagnose lasse sich das Risiko für einen Funktionsverlust halbieren. Darauf hat Burmester bei den Grünwalder Gesprächen hingewiesen, die von Sanofi-Aventis unterstützt worden sind. Ein möglichst früher Beginn der Therapie verbessere auch die Chancen der Patienten für eine Remission erheblich.

In einer Studie mit Patienten, bei denen die Rheumatoide Arthritis seit weniger als zwei Jahren diagnosti-ziert war, waren die Werte für C-reaktives Protein und auch die radiologische Progression bestimmt worden. Sie waren bei einer Behandlung mit Leflunomid (Arava®) geringer als bei einer entsprechenden Therapie mit Placebo und ähnlich zur Behandlung mit Sulfasalazin oder Methotrexat, so Burmester.

In einer weiteren Studie hatten nicht nur Patienten mit einer frühen Rheumatoiden Arthritis, sondern auch Patienten teilgenommen, bei denen die Diagnose noch nicht gefestigt war. Sie wurden mit Leflunomid behandelt. Nach einem Jahr Therapie ergaben sich hohe Ansprechraten. Patienten, die auf Leflunomid nur moderat ansprachen, erhielten nach 24 Wochen zusätzlich Methotrexat, so Burmester.

Eine Kombination mehrerer Therapeutika sei besonders bei den Patienten notwendig, bei denen die Rheumatoide Arthritis rasch fortschreitet, sagte Burmester. Erste Erfahrungen mit Kombinationen von Leflunomid mit TNF-Hemmern seien vielversprechend.



DIAGNOSE-TIPP

Rheumatoide Arthritis (RA)

Die Verdachtsdiagnose auf RA wird bei vier Kriterien gestellt:

  • Schwellung in zwei oder mehr Gelenkregionen seit mehr als sechs Wochen
  • symmetrisches Verteilungsmuster
  • Morgensteifigkeit über mehr als einer Stunde
  • erhöhter CRP- und/oder BSG-Wert Mit der Verdachtsdiagnose sollten die Patienten schnell zum internistischen Rheumatologen. Viele Rheumazentren haben Sprechstunden mit kurzfristigen Terminen.

(hub)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gelenkersatz

Studie bestätigt lange Haltbarkeit moderner Hüft-TEP

Behandlungsstrategie

Das richtige Vorgehen bei Großgefäßvaskulitiden

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Früherkennung von Bluthochdruck

Hypertonie: Wenn die Smartwatch in falsche Sicherheit wiegt

Lesetipps
Eine ältere Person hält drei Blisterstreifen mit Tabletten zwischen beiden Händen.

© wernerimages / stock.adobe.com

GeriPAIN-Leitlinie

Welche Schmerztherapien eignen sich für geriatrische Patienten?

Ein Hautarzt untersucht die Haut mit einem Dermatoskop auf Melanom.

© Iryna&Maya / stock.adobe.com

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen