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Schon vor dem Sport sollte viel getrunken werden

BONN/PADERBORN (ddp). Wer Sport treibt, schwitzt. Besonders im Sommer kann die Bewegung im Freien eine schweißtreibende Angelegenheit sein. Da der Schweiß vorwiegend aus Wasser besteht, müssen verlorene Flüssigkeit und Mineralien bekanntlich schnellstmöglich ersetzt werden. Deshalb ist gerade für Freizeitsportler regelmäßiges und ausreichendes Trinken das A und O.

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Dabei kommt es auf den Zeitpunkt und das richtige Getränk an. Wenn sich das Durstgefühl erst einmal eingestellt hat, ist es bereits zu spät. "Wir haben kein gut entwickeltes Durstgefühl. Es gibt nicht wieder, was der Körper tatsächlich braucht", sagt der Leiter des Sportmedizinischen Institutes der Universität Paderborn, Professor Heinz Liesen. Experten wie er raten dazu, bereits eine halbe Stunde vor dem Sport die Flüssigkeitsspeicher des Körpers aufzufüllen.

Wer länger als eine Stunde trainiert, sollte eine Getränkeflasche mitnehmen, rät Ernährungswissenschaftlerin Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn. "Es ist ganz wichtig, genügend zu trinken." An einem Tag ohne Sport sollte jeder Mensch bekanntlich zwei bis zweieinhalb Liter Flüssigkeit zu sich nehmen.

Durch die Bewegung erhöhe sich dieser Bedarf, der stets von Intensität und Dauer des Sports abhänge, erheblich. Wer seinen individuellen Wert wissen möchte, sollte sich unmittelbar vor und nach dem Sport auf die Waage stellen. Die Gewichtsdifferenz entspricht der Menge an Flüssigkeit, die es aufzunehmen gilt.

Liesen warnt vor den Folgen einer zu geringen Flüssigkeitsaufnahme beim Sport. Da wegen der Anstrengung die Körpertemperatur steige, brauche der Körper ausreichend Flüssigkeit, um zu schwitzen und dadurch die Temperatur zu regeln. Wer zu wenig trinkt, könne weniger Leistung bringen, und der Sport werde als stressiger empfunden. Im Extremfall drohten sogar Nierenprobleme, Schwindelgefühl und Muskelkrämpfe. "Jeder Flüssigkeitsmangel über einem Prozent des Körpergewichts kann gravierende Veränderungen bewirken", warnt der Sportmediziner.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, empfiehlt Isabelle Keller den Freizeitsportlern Durstlöscher wie stille Mineralwasser, Schorlen aus Obst- und Gemüsesäften sowie kalte Früchte- oder Kräutertees. Je nach Geschmack und Kalorienbewußtsein können die Schorlen im Verhältnis 1:3 bis 1:1 mit Mineralwasser gemixt werden. Die leicht süßen Getränke hätten durch ihren Zuckergehalt den Vorteil, daß sie für den Körper schnell verfügbare Energie enthalten.

"Dennoch reicht Mineralwasser für einen Breitensportler aus", sagt die Expertin. Die Verluste an Mineralien und anderen Stoffen während des Trainings würden mit der Nahrung ausgeglichen. Sogar mit Leitungswasser könne der Sportlerdurst bedenkenlos gelöscht werden.

Die Getränke sollten ihr zufolge nur nicht zu kalt sein, nur wenig oder keine Kohlensäure enthalten und öfters in kleinen Schlucken getrunken werden. Keinen Sinn hätten für Freizeitsportler isotonische Getränke. Diese seien speziell für den Spitzensport entwickelt worden.

Von Wasser als Durstlöscher nach dem Training hält Sportmediziner Liesen dagegen nicht ganz so viel. Besser seien spezielle Sportgetränke, die mehr Mineralstoffe enthalten. Wer dennoch zur Wasserflasche greift, solle auf die Inhaltsstoffe achten.

"Es sollte Elektrolyte wie Magnesium in guter Konzentration enthalten - etwa 150 Milligramm pro Liter", rät er. Erst nach dem Training empfiehlt Liesen den Genuß erfrischender Fruchtsaftschorlen. Denn diese enthielten Kohlehydrate und Kalium, die der Körper zur Regeneration brauche.

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