Internetbasiertes Lernen

So fahren Diabetiker sicherer Auto

Ihre Erkrankung kann Diabetiker in kritische Verkehrssituationen bringen. Eine Internet-basierte Schulung hilft Betroffenen, die Gefahr zu senken, zeigt eine Studie, - und das mit einfachen Tipps.

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Blutzuckermessen vor Fahrtantritt: Drohende Hypoglykämien können so leicht erkannt und es kann dagegen vorgegangen werden.

Blutzuckermessen vor Fahrtantritt: Drohende Hypoglykämien können so leicht erkannt und es kann dagegen vorgegangen werden.

© LifeScan

WIEN. Wie lässt sich die Fahrsicherheit eines Patienten mit Diabetes verbessern? US-Forscher um Dr. Daniel Cox von der University of Virginia (USA) haben dazu einen Fragebogen und eine internetbasierte Lernplattform (DiabetesDriving.com) entwickelt.

Darin wird Patienten Wissen über Risiken ihrer Erkrankung im Straßenverkehr vermittelt, damit sie richtig handeln können, wie Cox beim Europäischen Diabeteskongress berichtet hat.

An der kontrollierten Studie zum "Risk Assessment for Diabetic Drivers" (RADD) und zur Schulung nahmen 1768 Typ-1-Diabetiker teil. In dem Test werden unter anderem Fragen zur Fahrpraxis gestellt, etwa wie viele Kilometer gefahren werden oder wie ein Patient mit drohenden Hypoglykämien umgeht.

379 Teilnehmer hatten danach ein hohes und 122 ein niedriges Risiko. 14 Monate nach der Erfassung wurden sie nach Unfällen und kritischen Situationen im Verkehr gefragt. Diabetiker der Hochrisikogruppe gaben dabei 2,6-mal häufiger kritische Ereignisse an als Diabetiker der Niedrigrisikogruppe.

Die 379 Hochrisiko-Teilnehmer wurden anschließend nach dem Zufallsprinzip entweder einer Routinebetreuung oder einem Kurs auf der Lernplattform zugewiesen.

Bei der Schulung bekommen die Patienten unter anderem Ratschläge, wie sie extreme Blutzuckerwerte erkennen können und wie sich dieses Gespür langfristig aufrecht erhalten lässt. Zwei Monate später wurden sie dazu aufgefordert, kritische Verkehrssituationen zu dokumentieren.

Schlüsselanhänger mit Blutzucker-Ampel

Zwölf Monate nach der Intervention hatten Teilnehmer mit der Lernplattform 53 Prozent weniger kritische Situationen angegeben als Teilnehmer der Routineversorgung.

Besonders hilfreich war der Tipp, eine Notfalltasche zusammenzustellen mit Blutzuckermessgerät, Dextrose, langwirksamen Kohlenhydraten (etwa Käsecracker), "Diabetes-Sticker" für die Windschutzscheibe und Checkliste für wichtige Verhaltensmaßnahmen.

Auch gehört ein Schlüsselanhänger mit einem Ampelsystem dazu: rot steht für Blutzucker unter 70 mg / dl (nicht Autofahren, Glukose nehmen!), gelb für 70 bis 90 mg / dl (Autofahren möglich, aber Glukose zuführen!) und grün für Werte über 90 mg / dl (Autofahren möglich).

Wir konnten mit dem Test Diabetiker identifizieren, die ein hohes Risiko für kritische Situationen im Verkehr hatten, und mit der Schulung wurde das Risiko gesenkt, so das Fazit von Cox. Jetzt müsse geklärt werden, ob die Teilnehmer die verbesserte Fahrsicherheit längerfristig bewahren können.

Die Forscher wollen zudem die Sensitivität und Spezifität des Tests verbessern, die Lernplattform optimieren und beide Tools bei Diabetikern bekannt machen. (vsc)

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