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Corona-Pandemie

Sorge vor Omikron wächst – neue Virusvariantengebiete

In der Corona-Pandemie bestimmt jetzt die Omikron-Variante die Schlagzeilen. Über Virusvariantengebiete informiert das RKI.

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Die Omikron-Variante von SARS-CoV-2 ist längst in Deutschland angekommen. Jetzt gilt es, die Ausbreitung des Virus zu verzögern.

Die Omikron-Variante von SARS-CoV-2 ist längst in Deutschland angekommen. Jetzt gilt es, die Ausbreitung des Virus zu verzögern.

© yalcinsonat / stock.adobe.com (Symbolbild)

Berlin/München. Die EU-Kommission erwartet, dass Omikron schon im Januar in ganz Europa die dominierende Variante von SARS-CoV-2 sein wird.

Wegen der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante in Großbritannien hat die Bundesregierung jetzt drastische Reisebeschränkungen für Rückkehrer von der Insel eingeführt. Von diesem Montag an (0:00 Uhr) gilt das Vereinigte Königreich als Virusvariantengebiet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagabend in Berlin mitteilte. Die Einstufung Großbritanniens gilt laut RKI voraussichtlich bis 3. Januar 2022. Eine Verlängerung sei möglich, hieß es.

Besondere Einreise-Regelungen

Auch Frankreich und Dänemark sind wegen hoher Corona-Infektionszahlen nun als Hochrisikogebiete eingestuft. Die Regelung trat in der Nacht zum Sonntag um Mitternacht in Kraft. Für alle Virusvariantengebiete gelten besondere Test- und Quarantäne-Regelungen bei der Einreise. Neue Hochrisikogebiete sind auch Norwegen, der Libanon und Andorra, wie das Robert Koch-Institut bereits am Freitag bekannt gegeben hatte. Von der Risikoliste gestrichen wurden Bulgarien, Estland, Lettland, Albanien, Nordmazedonien und Moldau.

Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

Gesundheitsminister der Länder reagieren

Die Gesundheitsminister der Länder hatten den Bund am Samstag aufgefordert, mit schärferen Einreiseregeln aus Virusvariantengebieten die Verbreitung von Omikron zu verlangsamen. Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Klaus Holetschek (CSU), erklärte in München nach einer Sonder-Videoschalte der Ressortchefs: „Wir müssen die Ausbreitung von Omikron so lange wie möglich verhindern und maximal verlangsamen, damit sich noch mehr Menschen impfen lassen können.“ Dass Omikron sehr ansteckend sei, sei mittlerweile wissenschaftlicher Konsens. Die Länderminister hätten den Bund gebeten, die Coronavirus-Einreiseverordnung anzupassen. Künftig sollten Einreisende ab sechs Jahren schon vor Abreise aus diesen Gebieten dem Beförderer einen negativen PCR-Test vorlegen, der bei Abflug im Ausland höchstens 48 Stunden zurückliegen dürfe. Ein Antigen-Schnelltest solle nicht mehr akzeptiert werden.

Außerdem solle eine „Regelungslücke“ geschlossen werden. Der PCR-Test solle auch von jenen Reisenden aus den Gebieten vorgelegt werden, die nur an einem deutschen Flughafen umsteigen. „Die Passagiere sitzen teilweise stundenlang im selben Flieger, und das Virus unterscheidet nicht zwischen Passagieren, die aus- oder umsteigen“, sagte Holetschek. „Daher bitten wir den Bund, diese mögliche Infektionsquelle gerade bei Langstreckenflügen einzudämmen, indem alle Passagiere einen PCR-Test vorlegen müssen - alles andere wäre absurd.“

„Ausbreitung lässt sich nicht verhindern, nur verzögern“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: „Die Einreise sicherer zu machen, hilft, damit sich die Omikron-Variante nicht so schnell ausbreitet.“ „Verhindern können wir die Verbreitung nicht, nur verzögern. Je länger es dauert, bis Omikron auch Deutschland im Griff hat, umso besser.“ Nach seiner Einschätzung steht Deutschland vor einer massiven fünften Corona-Welle mit der Omikron-Variante.

Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, sagte der dpa, wenn sich bestätige, dass Omikron sehr viel ansteckender als Delta sei und die Schwere der Verläufe vergleichbar sei, werde man es im schlimmsten Fall mit einer großen Zahl gleichzeitig schwer erkrankter Patienten zu tun haben: „Für die Krankenhäuser wäre dies eine weiter verschärfte Lage, die über all das hinausgeht, was wir bisher erlebt haben.“ (dpa)

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