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Chirurgie

Späte Op, komplizierter Verlauf

Bis zu 80 Prozent der M. Crohn-Patienten werden mindestens einmal operiert.

Veröffentlicht:

Bei M. Crohn werde die Indikation zur Op oft zu spät gestellt, kritisieren Viszeralchirurgen immer wieder. Wenn Crohn-Patienten in reduziertem Ernährungs- und Allgemeinzustand sowie bei schlechter Immunlage operiert werden müssen, ist mit einem komplizierten Verlauf zu rechnen.

Steroidrefraktäre Patienten mit isoliertem Ileozökalbefall und hoher Krankheitsaktivität sollen laut Leitlinie sogar primär operiert werden. Denn erfahrungsgemäß benötigen diese Patienten sowieso früher oder später die Hilfe des Chirurgen, und nach der Darmresektion geht es vielen Patienten gut oder sie sind beschwerdefrei.

Prinzipiell besteht eine Op-Indikation bei ungenügendem Ansprechen auf konservative Therapie oder unerwünschten Arzneimittelwirkungen. Stenosen oder Konglomerattumore, die einen Ileus auslösen können, Abszesse oder Fisteln sind weitere Gründe für ein chirurgisches Eingreifen.

Wenn möglich, sollte die Operation frühzeitig geplant werden, betont zum Beispiel Professor Matthias Brüwer, Viszeralchirurg am St. Franziskus Hospital in Münster. Denn Internisten und Chirurgen müssten gemeinsam abwägen, ob die immunsuppressive Medikation, vor allem Biologika, abgesetzt und ob die Steroidmedikation reduziert werden kann. Empfehlenswert ist nach Brüwers Angaben eine Kortikoiddosis von präoperativ unter 20 mg Prednisolon pro Tag. Infliximab müsse vier Wochen sowie Adalimumab zwei Wochen präoperativ abgesetzt werden. Mit der Ballondilatation von kurzen Darmstenosen oder der Strikturoplastik gibt es für manche Patienten Alternativen zur Darmresektion. (ner)

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