Deutschland

Sterblichkeit wegen Krebs in nahezu allen Altersgruppen rückläufig

Der Anteil der an Krebs Verstorbenen an den Todesfällen insgesamt sank von 25,6 im Jahr 2004 auf 22,9 Prozent im Jahr 2024. Eine Altersgruppe stellt jedoch eine Ausnahme dar.

Veröffentlicht:
3D-Illustration einer Lunge mit Tumor.

Die häufigste krebsbedingte Todesursache war 2024 wie in den Vorjahren Lungen- und Bronchialkrebs mit 45.100 Todesfällen.

© Sebastian Kaulitzki - stock.adobe.com

Wiesbaden. Krebs führt gerade bei Menschen im jüngeren und mittleren Alter seltener zum Tod als noch vor 20 Jahren, auch wenn insgesamt die Zahl der an Krebs Gestorbenen steigt.

230.400 Menschen in Deutschland sind im Jahr 2024 an Krebs gestorben, wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar mitteilt. Das waren 10,1 Prozent mehr als im Jahr 2004 (209.300).

Der Anstieg ist vor allem auf die Alterung der Gesellschaft zurückzuführen. Das zeigt die altersstandardisierte Zahl der Krebstodesfälle: Im Jahr 2024 kamen auf 100.000 Einwohner 273,5 Krebstote. 20 Jahre zuvor waren es noch 322,4 Menschen.

Rückgang der Sterblichkeit

Die Sterblichkeit aufgrund von Krebs ging dabei in nahezu allen Altersgruppen zurück (siehe nachfolgende Grafik). Eine Ausnahme bildeten die 5- bis 9-Jährigen, bei denen es 2024 mit 2,4 Krebstoten je 100.000 Einwohner geringfügig mehr gab als 2004 mit 2,2 Fällen.

Auch bei den Personen ab 90 Jahren war die Zahl der Sterbefälle aufgrund von Krebs mit 2.073,7 je 100.000 Personen dieser Altersgruppe im Jahr 2024 etwas höher als 20 Jahre zuvor (2004: 1.995,6).

Ursachen für den Rückgang der Sterblichkeit dürften verbesserte Behandlungsmethoden, Möglichkeiten zur Früherkennung und Prävention sein.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Datawrapper Um mit Inhalten aus Datawrapper zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken und von anderen Anbietern angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Weitere Information dazu finden Sie hier.

Krebs bleibt zweithäufigste Todesursache

Krebs ist daher – anteilig betrachtet – auch seltener die Todesursache als früher: Der Anteil der an Krebs Verstorbenen an den Todesfällen insgesamt sank von 25,6 Prozent im Jahr 2004 auf 22,9 Prozent im Jahr 2024.

Krebs blieb dennoch auch im Jahr 2024 die zweithäufigste Todesursache, nur an Krankheiten des Kreislaufsystems starben mehr Menschen (339.200 oder 33,7 Prozent aller Todesfälle).

Die häufigste Todesursache war Krebs sowohl bei Kindern im Alter von 5 bis 14 Jahren mit einem Anteil von 23,9 Prozent an den Todesfällen, als auch bei Menschen im Alter von 35 bis 74 Jahren. Mehr als jeder dritte Todesfall (35,8 Prozent) in dieser Altersgruppe war die Folge von Krebserkrankungen.

Lesen sie auch

Lungenkrebs Ursache für ein Fünftel aller Krebs-Sterbefälle

Die häufigste krebsbedingte Todesursache war wie in den Vorjahren Lungen- und Bronchialkrebs mit 45.100 Todesfällen. Diese Krebserkrankung allein war somit für ein Fünftel (19,6 Prozent) der krebsbedingten Todesfälle im Jahr 2024 ursächlich.

Zu den häufigsten krebsbedingten Todesursachen zählten zudem Darmkrebs (23.600 Todesfälle), Bauchspeicheldrüsenkrebs (19.500), Brustkrebs (18.700) und Prostatakrebs (15.500).

Lesen sie auch

Zahl der Klinikbehandlungen langfristig gesunken

Rund 1,45 Millionen Patienten wurden im Jahr 2024 wegen einer Krebserkrankung im Krankenhaus behandelt. Damit stieg die Zahl der stationären Krebsbehandlungen gegenüber dem Vorjahr leicht um 1,2 Prozent.

Im langfristigen Vergleich wurden aber weniger Menschen wegen Krebs im Krankenhaus versorgt: Gegenüber 2004 mit 1,54 Millionen Fällen nahm deren Zahl um 5,6 Prozent ab.

Krebs war damit 2024 der Grund für jeden zwölften Krankenhausaufenthalt (8,1 Prozent). Am häufigsten wurden die Menschen wegen Krankheiten des Kreislaufsystems stationär behandelt (14,8 Prozent der insgesamt 17,9 Millionen Behandlungsfälle).

Lesen sie auch

Drei Viertel aller Krebspatienten 60 und älter

Besonders häufig werden Menschen im Alter von 60 bis 79 Jahren wegen Krebs im Krankenhaus behandelt. Mehr als die Hälfte (55,5 Prozent) aller Krebspatienten war 2024 in dieser Altersgruppe. Ein Fünftel (20,3 Prozent) der Krebspatienten war 80 Jahre und älter.

Weitere 19,0 Prozent waren 40 bis 59 Jahre alt. Jüngere Menschen werden deutlich seltener aufgrund einer Krebserkrankung stationär behandelt: Nur 5,2 Prozent der Krebspatienten waren unter 40 Jahre alt.

Je nach Krebsart und Altersgruppe kann die Entwicklung jedoch vom allgemeinen Trend abweichen. So wurden jüngere Menschen im Jahr 2024 etwas häufiger wegen Darmkrebs im Krankenhaus behandelt als 20 Jahre zuvor.

In den Altersgruppen der 15- bis 44-Jährigen stieg die Zahl der Darmkrebsbehandlungen je 100.000 Einwohner, während sie in den älteren Altersgruppen zurückging.

Am deutlichsten fiel der Anstieg bei den 20- bis 24-Jährigen aus, wo die Zahl der Behandlungsfälle je 100.000 Einwohner von 2,6 im Jahr 2004 auf 3,6 im Jahr 2024 zunahm. Unter den 35- bis 39-Jährigen fiel der Anstieg ebenfalls vergleichsweise hoch aus: von 21,8 Fällen im Jahr 2004 auf 27,5 Fälle im Jahr 2024.

Lungenkrebs häufigste Ursache für Krebsbehandlungen

Von allen Krebspatienten im Jahr 2024 wurden diejenigen mit der Diagnose Lungen- und Bronchialkrebs (12,4 Prozent), Darmkrebs (9,5 Prozent) und Brustkrebs (8,6 Prozent) am häufigsten behandelt. Es folgten Hautkrebs (8,3 Prozent), Harnblasenkrebs (7,0 Prozent) und Prostatakrebs (6,7 Prozent). (eb/bar)

Lesen sie auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Dr.med. Franz H. Müsch 02.02.202618:34 Uhr

Interessant wäre auch Aufklärung über die Häufigkeit von BERUFSKREBS als grundsätzlich präventable und daher ärztlicherseits anzeigepflichtige (§ 202 SGB VII ) Berufskrankheit (vgl. Anlage 1 BKV) .

Müsch, Arbeitsmed. Berufskrankheiten-Zusammenhangsgutachter

* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Durvalumab im Real-World-Vergleich

© Springer Medizin Verlag

ED-SCLC

Durvalumab im Real-World-Vergleich

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Lesetipps