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Steroide bremsen Gelenk-Erosionen bei Rheuma

BARCELONA (gvg). Eine Dauertherapie mit niedrig dosierten Glukokortikoiden kann bei Rheumatoider Arthritis (RA) den Krankheitsverlauf mildern und Komplikationen verhindern. Diese schon etwas ältere These wird jetzt erneut durch Daten untermauert.

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"Es gibt mittlerweile überwältigende Hinweise darauf, dass eine Dauertherapie mit Glukokortikoiden das radiologische Fortschreiten der RA um mindestens 50 Prozent verringert", betonte Professor Maarten Boers aus Amsterdam. Boers ist Mitautor eines Cochrane-Reviews zum Einsatz von Glukokortikoiden bei RA, der zu genau diesem Schluss kommt.

Insgesamt wurden 15 randomisierte, kontrollierte Studien identifiziert, die von ausreichender Qualität waren, um berücksichtigt zu werden. "Nur bei einer einzigen dieser Studien bremsten die Glukokortikoide nicht die Progression", so Boers. Zumindest eine Studie habe sogar Hinweise darauf gebracht, dass der progressionshemmende Effekt einer neunmonatigen Therapie mit Prednisolon auch nach Therapieende anhalte. "Das wurde bisher für kein anderes Basistherapeutikum gezeigt."

In praktisch allen Studien wurde das Glukokortikoid mit einem anderen Basistherapeutikum kombiniert, sodass die Experten von einer Monotherapie abraten. Kombinationstherapien wurden auch in einer neuen Studie aus Großbritannien untersucht, die auf der Jahrestagung der Europäischen Rheumaliga in Barcelona vorgestellt wurde.

An dieser CARDERA-Studie (Combination of anti-rheumatic drugs in early RA) nahmen 39 Zentren mit 467 Patienten teil, bei denen eine RA maximal zwei Jahre zuvor neu diagnostiziert worden war. Sie erhielten entweder eine Monotherapie mit Methotrexat (MTX) oder aber eine Kombination aus MTX und Glukokortikoid, aus MTX und Ciclosporin oder aus allen drei Medikamenten. Die Glukokortikoide wurden dabei für neun Monate gegeben. Ciclosporin und MTX nahmen die Patienten während der kompletten Studie. Primärer Endpunkt war der Anteil der Patienten mit neuen Erosionen im Röntgenbild nach zwei Jahren.

Die Studie habe im Wesentlichen die Ergebnisse des Cochrane-Reviews bestätigt, so Studienleiter Professor Ernest Choy aus London. "Durch die zusätzliche Einnahme von Prednisolon lässt sich die radiologische Progression im Vergleich zur MTX-Monotherapie halbieren", so Choy. Hatten bei MTX-Monotherapie knapp 30 Prozent der Patienten neue Erosionen, so waren es bei Kombination mit dem Steroid nur etwa 15 Prozent. Die Kombination mit Ciclosporin war genauso effektiv. Die Dreierkombination konnte den Nutzen nur noch gering steigern.

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