Sublingual-Tablette zähmt Graspollen-Allergie

NEU-ISENBURG (ikr). Für die sublinguale Immuntherapie bei Graspollen-Allergie gibt es jetzt eine Tablette. Sie erweitert die bisherigen Optionen: die subkutane Therapie mit Allergen-Präparaten und die sublinguale Therapie mit Tropfen.

Veröffentlicht:

Bei dieser Tablette, die vom Unternehmen Alk Scherax als Grazax® erhältlich ist, handelt es sich um ein standardisiertes Allergenpräparat aus Pollen von Wiesenlieschgras (Phleum pratense). Die Tablette wird unter die Zunge gelegt, wo sie sich in Sekundenschnelle auflöst. Die darin enthaltenen Allergene werden über die Mundschleimhaut aufgenommen.

Die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit der neuen Therapie bestätigen erste Ergebnisse einer Phase-III-Studie bei 634 Patienten mit Graspollen-Allergie. Die Hyposensibilisierung begann mindestens vier Monate vor der Gräserpollen-Saison. Die Patienten erhielten täglich eine Tablette mit 75 000 SQ-T-Einheiten (Tabletten mit standardisierter Qualität) Graspollen-Allergen oder Placebo.

Primäre Endpunkte der Studie sind das durchschnittliche Ausmaß der allergischen Symptome während der Pollensaison sowie der Medikamentenverbrauch. Beurteilt wird beides nach einem Punktesystem. Es reicht von null (keine Symptome oder keine Bedarfsmedikation) bis fünf (sehr starke Symptome oder sehr hoher Medikamentenverbrauch).

Mit der Grastablette waren bereits während der ersten Pollensaison die Heuschnupfen-Symptome im Mittel um 30 Prozent geringer als mit Placebo (2,4 versus 3,4 Punkte). Und der Verbrauch an Medikamenten wie Antihistaminika und Kortikoide war um 38 Prozent geringer (1,4 versus 2,2 Punkte). Diese Unterschiede sind hochsignifikant, wie beim Kongreß der American Academy of Allergy, Asthma and Immunology in Florida in den USA berichtet worden ist.

Die Grastablette wurde von den Patienten allgemein gut vertragen. Es gab keine schweren unerwünschten Effekte. Am häufigsten waren leichte lokale Reaktionen wie Jucken und Anschwellen der Mundschleimhaut.

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Kriebelmücken: Zunahme in Deutschland erwartet

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Einigung auf neuen MFA-Tarifvertrag erzielt

Ab März mehr Gehalt für MFA in Haus- und Facharztpraxen

Lesetipps
Porträtbild: Professor Reinhard Büttner

© Heiko Specht

Pathologe im Interview

Der Präsident des Deutschen Krebskongresses – ein Lotse in der Krebs-Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Prof. Dr. Arndt Hartmann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Onkologische Pathologie (AOP) in der Deutschen Krebsgesellschaft.

© Deutsche Krebsgesellschaft e.V.

Ausblick auf den Krebskongress

Pathologie im Fokus – von Präzisionsonkologie über KI bis CUP

Anzeige | Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Der 35. Deutsche Krebskongress findet von 13. bis 16. November 2022 in Berlin statt.

DKK 2024 in Berlin

Informationen zum Deutschen Krebskongress