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Suchtexperten fordern Rauchstopp auf Krankenschein

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BERLIN (ble). Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) fordert für Nikotinabhängige die Kostenübernahme der Tabakentwöhnung durch die Krankenkassen. Eine größere Rolle im Kampf gegen die Tabaksucht erhofft sich der DHS dabei auch von Hausärzten.

Es gebe viele gute Gründe für die Kassen, die Tabakentwöhnung als Krankheitsbehandlung zu bezahlen, aber keinen einzigen dagegen, sagte der stellvertretende DHS-Geschäftsführer Dr. Raphael Gaßmann, bei der Vorstellung des Memorandums "Tabakabhängigkeit behandeln!" in Berlin. So erhöhten sich Inanspruchnahme und Erfolgsaussichten der Raucherentwöhnungen durch eine Therapiekostenerstattung massiv, so Gaßmann unter Verweis auf Studien.

Aktuell greifen rund 16,6 Millionen Bundesbürger zur Zigarette, 140 000 sterben jedes Jahr an den Folgen ihrer Sucht. 21 Prozent der Raucher gelten nach Angaben des DHS als nikotinabhängig. Für sie sollen die Krankenkassen künftig die Therapiekosten übernehmen, fordern die Suchtexperten.

Dazu zählen außer psychosozialen Hilfen in der akuten Entwöhnungsphase auch die Kostenübernahme für Nikotin-Kaugummis oder -Pflaster. Diese schlagen je nach Abhängigkeit mit etwa fünf bis 15 Euro pro Tag zu Buche. Schätzungen zufolge belaufen sich die Gesamtkosten für die Raucherentwöhnung insgesamt auf zwischen 300 und 1500 Euro pro Versichertem. "Dieses Geld aufzuwenden, lohnt sich", betonte Gaßmann.

Eine besondere Rolle in der Bekämpfung der Sucht kommt nach Ansicht von DHS-Geschäftsführer Rolf Hüllinghorst den Hausärzten zu. "Wir wünschen uns, dass Ärzte keinen Raucher mehr aus der Praxis entlassen, ohne mit ihm über Möglichkeiten gesprochen zu haben, die Sucht zu überwinden", bat Hüllinghorst um aktive Mithilfe der Ärzte.

Das Memorandum im Internet unter www.dhs.de

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