Immunologie

T-Zellen zeigen Verhalten wie Stammzellen

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MÜNCHEN. Zentrale T-Gedächtniszellen weisen alle wesentlichen Eigenschaften von adulten Gewebestammzellen auf, teilt die Technische Universität München (TUM) mit. Sie können sich selbst erneuern und verschiedene Zellnachkommen bilden.

Folglich können mit diesen Zellen Funktionen des Immunsystems wiederhergestellt werden. Patienten mit einem geschwächten Immunsystem könnten die Abwehr gegen bestimmte Erreger vollständig wiedererlangen, indem Erreger-spezifische zentrale T-Gedächtniszellen übertragen werden.

Seit 2001 stützen Forschungsansätze die Hypothese, dass die Langlebigkeit des immunologischen Gedächtnisses auf einem Reservoir von Immunzellen mit stammzellähnlichen Eigenschaften basiert.

Um einen Beleg dafür zu finden, hat ein Team um Professor Dirk Busch an der TUM eine Immunantwort bei Labortieren ausgelöst. Dann isolierten sie Antigen-spezifische CD8+ T Zell-Populationen, die aus Subgruppen von T-Killerzellen bestehen.

Einzelne Zellen übertrugen sie auf andere Organismen und untersuchten die Immunantworten bei Nachkommen einzelner T-Zellen über mehrere Generationen (Immunity 2014; 41 (1): 116-126).

Ergebnis: Zentrale T-Gedächtniszellen zeigen ein hohes Potenzial zur Vermehrung und Differenzierung, unabhängig vom Herkunftsort wie Knochenmark, Lymphknoten oder Milz.

Durch Vergleich von T-Gedächtniszellen mit naiven T-Zellen wurden die stammzellähnlichen Eigenschaften weiter eingegrenzt. Einzelne zentrale T-Gedächtniszellen erwiesen sich dabei als multipotent.

Die Forscher hoffen, dass Immuntherapien gegen Krebs und andere Erkrankungen durch Transfer von sehr kleinen Mengen geeigneter T-Zellen möglich sind. Prinzipiell reiche eine einzige T-Zelle aus, um einem Patienten einen wirksamen und dauerhaften Immunschutz gegen einen bestimmten Erreger oder ein Tumorantigen zu übertragen. (eb)

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