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Telbivudin hält Hepatitis-B-Viren besser in Schach als Standardtherapie

GÖTTINGEN (hae). Etwa 70 Prozent der Patienten mit chronischer Hepatitis B in Europa haben die Hepatitis-Be-Antigen (HBeAg)-negative Variante. Bei diesen Patienten wird zur Therapie eine Langzeit-Virussuppression mit Basenanaloga favorisiert. Moderne Präparate wie das in Kürze erwartete Telbivudin bieten dabei Vorteile.

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Immer mehr Patienten kämen heute für die Behandlung mit Basenanaloga infrage, erklärte Privatdozent Jörg Petersen aus Hamburg anlässlich der Deutschen Lebertagung in Göttingen. Vordringliches Ziel sei dabei eine langfristige Suppression des Hepatitis-B-Virus (HBV) analog zur Therapie gegen HIV.

Um Resistenzen zu vermeiden, sollte HBV möglichst früh unter die Nachweisgrenze gedrückt werden (unter 300 HBV-DNA-Kopien pro ml). Neue Substanzen wie das Nukleosidanalogon Telbivudin sind dabei der Standardtherapie mit Lamivudin deutlich überlegen, sagte Petersen bei der Pressekonferenz der Unternehmen Idenix und Novartis in Göttingen. Dies sei etwa in der GLOBE*-Studie belegt worden.

An der Studie hatten 1367 Patienten mit chronischer Hepatitis B teilgenommen, die zwei Jahre lang entweder mit Lamivudin (100 mg/Tag) oder Telbivudin (600 mg/Tag) behandelt wurden. 921 der Teilnehmer waren HBeAg-positiv und 446 HBeAg-negativ. In der Studie wurde ein deutlicher Vorteil für Telbivudin belegt: So lag nach zwei Jahren Therapie bei 56 Prozent der HBeAg-positiven Patienten mit Telbivudin die HBV-DNA unter der Nachweisgrenze im Vergleich zu 39 Prozent der Patienten mit Lamivudin. Bei den HBeAg-negativen Patienten waren dies 82 Prozent mit Telbivudin und 57 Prozent mit Lamivudin.

Bei HBeAg-positiven Patienten gilt eine HBeAg-Serokonversion (Verlust von HBeAg und Nachweis von anti-HBe-Antikörpern) als Zeichen einer Remission. Dies wurde bei 30 Prozent der Patienten mit Telbivudin und bei 25 Prozent mit Lamivudin erreicht.

Gegen Telbivudin hätten sich zudem weniger Resistenzen entwickelt als gegen Lamivudin, so Petersen: So habe es nach zwei Jahren Therapie bei HBeAg-positiven Patienten bei 18 Prozent mit Telbivudin und bei 30 Prozent mit Lamivudin Resistenzen gegeben. Bei den HBeAg-negativen Patienten war dies bei 7 Prozent (Telbivudin) und bei 17 Prozent (Lamivudin) der Fall.

Die Unternehmen hoffen, dass Telbivudin im zweiten Quartal dieses Jahres europaweit zugelassen wird.

*GLOBE steht für Global Leadership & Organizational Behaviour Effectiveness



DIE STUDIE IN KÜRZE

GLOBE-Studie

Studie: prospektive, randomisierte, multizentrische, zweiarmige Vergleichsstudie mit 1367 Patienten (intent-to-treat) mit gesicherter chronischer Hepatitis B.

Patienten: alle mit initialer Viruszahl über 106 Kopien/ml, zwei Drittel HBeAg-positiv (n=921)

Methode: Die Patienten erhielten das Nukleosidanalogon Telbivudin (600 mg) oder den derzeitigen Standard Lamivudin (100 mg). Je die Hälfte der Patienten wurde randomisiert der Lamivudin- (n=687) oder der Telbivudin-Gruppe (n=680) zugeordnet und zwei Jahre therapiert. Virussuppression, Ausmaß der HBeAg-Serokonversion sowie Resistenzraten wurden getrennt nach HBeAg-Status analysiert. (hae)

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